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Triumph der Anarchie
Eva Kaiserseder 22.06.2018

Triumph der Anarchie

Backen hat für mich mit höherer Mathematik zu tun. Und die gilt es auszutricksen. Spoiler: Ich gewinne immer.

Die Handelsspannerin ••• Von Eva Kaiserseder

 

SÜSSWAREN. Cheesecakes sind meine Passion. Aktuelles Objekt der Begierde: die Variante in Double Chocolate mit ein bissi Espresso. Grundsätzlich ist in unserer Familie ja C. der Backwillige. Der sich mit Verve auf Muffins, Cupcakes oder den All Time Favorite-Nutellakuchen wirft. Ich bin zwar diejenige, die die Küche okkupiert und mit Zähnen und Klauen ihr Revier verteidigt, backen und ich allerdings, das deucht mir eher wie höhere Mathematik. Und die meide ich weiträumigst. Warum die Butter also unbedingt aufs Gramm genau abgewogen werden muss und Mandeln nicht einfach freestyle in den Häcksler kommen, erschließt sich mir null. Irgendwie zeigt sich da mein zart vorhandenes Anarchiepotenzial aufs Brachialste. Auch letztens wieder, im Diskonter meines Vertrauens: Ach, padauz, ein paar Mandeln sind eh noch da, man muss da echt kein zusätzliches Sackerl kaufen. Und Butter kann mir auch gestohlen bleiben, es wird sich schon ausgehen. Irgendwie. Die Abteilung mit Zuckerguss, Kuvertüre und Co. kenne ich sowieso nur vom Hörensagen. Natürlich hatte der Cheesecake einen löchrigen Boden, und selbstverständlich ist sich die Schokoschicht nicht annähernd ausgegangen. Dass der Cheesecake trotzdem auf einhellige Euphorie gestoßen ist, werte ich als Triumph der Anarchie.

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