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Unimarkt steckt den Einkauf in die Box © Unimarkt Gruppe
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Redaktion 05.03.2021

Unimarkt steckt den Einkauf in die Box

Als gänzlich neues Vertriebsmodell zwischen Vending und Kaufhaus will Unibox die Handelslandschaft durchpflügen.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Hierzulande gibt es mehr als 600 Gemeinden ohne Nahversorger. Für Unimarkt sind das viel zu viele – und der unselige Status quo eröffnet die Möglichkeit für ein neues Geschäftsfeld: Die neue Unibox soll eine Vorreiterrolle in der modernen Nahversorgung einnehmen. „Digitalisierung ist für uns als Unimarkt-Gruppe sehr wichtig und notwendig. Wir arbeiten laufend an neuen Ideen und werden auch weiterhin immer wieder digitale Innovationen im LEH einbringen”, so Andreas Haider, Geschäftsführer der Unimarkt-Gruppe.

Der Store schafft einen neuen Zugang, um die Versorgung in ländlichen Gebieten zu sichern. „Die Unibox ist ein Franchise-Store-Konzept, welches für die flächendeckende und kompetente Vor-Ort-Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs in ländlichen Räumen sorgt und so die Attraktivität und Lebensqualität in diesen Gebieten steigert”, erklärt Andreas Haider.
Projektleiter Dominik Leitner, der das Konzept für die Unibox entwickelt hat, ergänzt: „Die ­Unibox mit einer Größe bis zu 80 m² bietet ein erweiterbares und mobiles Einkaufssystem, welches überall platziert werden kann – entweder Outdoor ohne zusätzliche Verbauung von Grünflächen, oder Indoor, sofern bestehende Gebäude zugänglich sind.”

Rund um die Uhr geöffnet

Auch am Sonntag und an Feiertagen kann der Einkauf erledigt werden: Der Store in der Box, der potenziell mit viel Thinking out of the Box konzipiert wurde, ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Möglich ist das durch das kontaktlose und autonome System – und den Umstand, dass die Unibox komplett ohne Mitarbeiter auskommt. „Innovationen sind wichtig, um sich immer weiterzuentwickeln und mit den sich veränderten Kundenbedürfnissen Schritt zu halten – genau dies gelingt uns mit der Unibox”, ist Haider überzeugt. Er beansprucht: „Mit dieser smarten Lösung sind wir klarer Innovationsführer in Österreich und ermöglichen ein einfaches und sicheres Einkaufen.”

Ganz neue Technik

Von der Idee über die Planung bis hin zur konkreten Umsetzung sind knapp zwölf Monate vergangen. „Die Unibox basiert auf einer neuen – speziell für dieses Geschäftsmodell – entwickelten Technik, die es in dieser Form vorab noch nicht gab. Daher musste das System einige Testphasen durchlaufen, bis wir damit zufrieden waren”, erklärt Leitner.

Ein Prototyp wurde am Zentralgelände in Traun installiert, dort erfolgte der Test der Systeme auf ihre Funktionsfähigkeit. Das digitale Selbstbedienungskonzept ermöglicht es, durch Scannen und Bezahlen der Artikel via Smartphone oder am Terminal den Einkauf im Alleingang zu erledigen.
Mit über 1.000 Artikeln des täglichen Bedarfs bietet die Box ein Sortiment für den täglichen Einkauf, aber auch hochwertige Bio-Produkte. Frischeprodukte, wie Obst und Gemüse, Wurst und Fleisch oder auch Brot und Gebäck stehen den Konsumenten ebenfalls zur Verfügung. Die vollklimatisierten Boxen ermöglichen außerdem einen barrierefreien Zutritt. Der Einlass erfolgt via App oder mit der in der App hinterlegten Payback-Karte; der Einlassprozess gestaltet sich einfach: „Man muss nur die App herunterladen, sich registrieren und den gewünschten Unibox-Standort auswählen. Dann das Smartphone an den Scanner unterhalb des Bildschirms halten. Das System überprüft noch kurz die Zahlungsmöglichkeiten; wenn alles passt, öffnen sich auch schon die Türen, und Kundinnen und Kunden können mit dem Einkauf loslegen”, so Leitner.
„Einfache Handhabung, genussvolles Einkaufen und universell einsetzbar – alles Attribute, die von der Unibox erfüllt werden”, resümiert Haider, um sodann vorzuschlagen: „Diese Besonderheiten machen die Unibox nicht nur für Kundinnen und Kunden interessant, sondern auch für selbstständige Kaufleute als potenzielle Betreiber, die auf ein neues, revolutionäres Geschäftsmodell aufbauen können.” Die Zusammenarbeit mit selbstständigen Kaufleuten und die individuellen Einsatzmöglichkeiten sei denn auch ein wichtiger Schritt, um auf einfachem Weg die Nahversorgung in der Region zu sichern.

Auch Bäcker gehen in die Box

„In einem ersten Schritt fokussieren wir uns darauf, bestehende Unternehmer der Unimarkt- Gruppe als Unibox-Betreiber zu akquirieren; wir haben auch schon einige Interessenten”, erklärt Haider. Er verweist darauf, „natürlich auch für Gespräche mit externen Interessenten, wie Bäckereien oder Fleischereien, jederzeit bereit” zu sein.

Auch der neue Unibox-Standort am Bahnhof in Enns wird von einem langjährigen Unimarkt-Franchise-Partner betreut, nämlich von Stefan Kaes und Martl Hoeffle. „Sehr schön, das Duo Höfle & Käs, mit seiner langjährigen Erfahrung in der Lebensmittelbranche als ersten Unibox-Partner gewonnen zu haben! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in einem neuen, spannenden Bereich”, so Haider. Entscheidet sich ein Partner für eine Unibox, wird dieser von Beginn an bei sämtlichen Fragen, wie Baugenehmigungen, Recht, Standortanalyse und Finanzierung, unterstützt. Darüber hinaus stehen ihm kompetente Ansprechpartner für alle Fragen zur Verfügung. Das System der Box ist voll automatisiert, Franchise-Partner können über eine digitale Operator App den gesamten Prozess steuern und optimieren. Das System ist sicher und mannlos autonom. „Wir blicken im Bereich Franchise schon auf eine langjährige Erfahrung zurück und können bestehende bzw. potenzielle Franchise-Nehmer daher in allen Bereichen mit viel Know-how unterstützen”, sagt Haider.
Geografische Einschränkungen gibt es bei Unibox keine, Standorte sind damit in ganz Österreich möglich. Im Geschäftsjahr 2021/22 sollen bereits 30 Uniboxen eröffnet werden – der nächste Standort wird in Kirchdorf sein und für das Innviertel sind schon weitere Uniboxen in Planung. „Wir sind sehr zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, da sich schon jetzt ein großes Interesse an der Unibox erkennen lässt und dieses revolutionäre Geschäftsmodell neue und einzigartige Möglichkeiten für selbstständige Kaufleute bietet”, so Haider.

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