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Vermessung der blauen Welt © AFP/Olivier Morin

Patient MeerDie Ozeane befinden sich an einem kritischen Wendepunkt. Wenn es nicht gelingt, einen effektiven Schutz der Meere im nächsten Jahrzehnt zu verwirklichen, ist es wahrscheinlich zu spät.

© AFP/Olivier Morin

Patient MeerDie Ozeane befinden sich an einem kritischen Wendepunkt. Wenn es nicht gelingt, einen effektiven Schutz der Meere im nächsten Jahrzehnt zu verwirklichen, ist es wahrscheinlich zu spät.

Redaktion 31.05.2019

Vermessung der blauen Welt

Die Blue Prosperity Coalition will die Meere besser schützen, damit sie wirtschaftlich prosperieren.

ABU DHABI. Regierungsvertreter, Meeresexperten und NGOs schlossen sich in diesem Frühjahr zusammen und gaben den Start der sogenannten Blue Prosperity Coalition bekannt. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von globalen Partnern, die den Schutz der maritimen Lebensräume mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Einklang bringen wollen.

Zu den Gründungsmitgliedern der Koalition zählen das Waitt Institute, National Geographic Pristine Seas, Oceans 5 und Dynamic Planet, außerdem bestehen Partnerschaften mit der Regierung der Azoren, den Regierungen von Barbuda und Curaçao und der Regierung des Königreichs Tonga.
„Die Rettung der Ozeane wird weder einem Einzelnen noch einer einzelnen Organisation gelingen, aber wenn wir zusammenarbeiten, können wir die Herausforderung meistern”, kommentiert Philanthrop Ted Waitt, Gründer des Waitt Institute, die Initiative.

Großes Ressourcenproblem

Die maritime Weltwirtschaft wird global auf 24 Billionen US-Dollar geschätzt, doch die Meeresressourcen werden rapide reduziert. Vom Menschen ausgehende Bedrohungen wie Überfischung, Umweltverschmutzung und Klimawandel verschärfen die Lage zusätzlich.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein wirksam betriebener Schutz von mindestens 30% der Weltmeere mit dazu beitragen wird, nicht nur die maritimen Ressourcen zu erhalten, sondern auch Erträge und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu maximieren. 2016 rief die zwischenstaatliche Organisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) das globale Ziel aus, bis 2030 „30% des maritimen Lebensraums” als in hohem Maße geschütztes Gebiet ohne Fangtätigkeit” zu bewahren.
Blue Prosperity Coalition-Partner Enric Sala, National Geographic Explorer in Residence, erklärt: „Wir müssen uns nicht zwischen Wirtschaft und Umwelt entscheiden. Wenn wir für die richtige Schutzstufe sorgen, können wir die maritimen Lebensräume und die davon abhängigen lokalen Ökonomien mit ihren Existenzgrundlagen wiederherstellen.”
Die Dezimierung der Meeresressourcen gehört zu den größten Herausforderungen unserer Generation. Mehr als 70 Länder haben sich verpflichtet, Teile ihres maritimen Territoriums zu schützen, doch weniger als fünf Prozent der Ozeangebiete werden derzeit als No-take-Areas ausgewiesen. Die Gründungsmitglieder der Blue Prosperity Coalition wollen durch die Bereitstellung von Expertenressourcen ihr Engagement für den Schutz der Ozeane in die Tat umsetzen. Die Koalition wird den Ländern, die an der Entwicklung ihrer Meereswirtschaft interessiert sind, mit Finanzierungsmöglichkeiten und Know-how in den Bereichen Planung, Recht, Advocacy, Strategie, Umsetzung und wissenschaftliche Expertise zur Seite stehen.

Experten gefordert

„Wir binden Teams aus lokalen und internationalen Experten ein, die mit Regierungen zusammenarbeiten und die Instrumente und Ressourcen bereitstellen, die sie benötigen, um sicherzustellen, dass die Weltmeere eine gesunde Zukunft haben”, so Kathryn Mengerink, Executive Director des Waitt Institute. (red)

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