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Von den Risiken und Chancen des Handels © Marko’s Photography/WKO /2)

Moderator Tobias Pötzelsberger mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer und Handelsspartenobmann Rainer Trefelik.

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Moderator Tobias Pötzelsberger mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer und Handelsspartenobmann Rainer Trefelik.

Redaktion 30.09.2022

Von den Risiken und Chancen des Handels

Der diesjährige WKÖ-Handelstag stand unter dem Motto „Handeln #schaffenwir” – entsprechend herrschte durchaus Zuversicht.

WIEN. Vom derzeit alles beherrschenden Thema Energiekrise bis hin zum Fachkräftemangel: Es gibt eine Reihe von Zukunftsthemen, für die wir gemeinsam mit der Politik Lösungen finden müssen”, erklärte Handelsspartenobmann Rainer Trefelik anlässlich des heurigen WKÖ-Handelstags. Demgemäß gliederten sich die Schwerpunkte des Gipfeltreffens von Wirtschaft und Politik – Motto: „Handeln #schaffenwir” – in aktuelle Herausforderungen (Energiekos­tenentwicklung und Lage am Arbeitsmarkt, Digitalisierung & Zukunftstrends, und die Chancen und Risiken des heimischen Handels im Rahmen der veränderten geopolitischen Lage.

Keynotes und Talk-Runden

Welche Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel getroffen werden können, war dann auch gleich erstes Fokusthema des Branchenevents, durch den ORF-Moderator Tobias Pötzelsberger führte. Denn „gerade der Einzelhandel ist beschäftigungsintensiv und hat auch bedeutende Beschäftigungseffekte auf andere Wirtschaftsbereiche”, wie Peter Voithofer vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung ausführte.

Wirtschaftsminister Martin Kocher betonte in seiner Keynote, dass die demografische Entwicklung dem Arbeitsmarkt noch länger zu schaffen machen werde. Neben dem Fachkräftemangel thematisierte er auch die „unangenehme Sandwich-Position” vieler Unternehmen, welche „mit enormen Kostensteigerungen konfrontiert seien, diese aber nur zu einem Teil weitergeben können”, so Kocher; gleichzeitig wies der Minister darauf hin, dass der Staat nicht die gesamte Kostensteigerung übernehmen könne: „Es braucht auch rasch eine Veränderung der Preisbildung auf europäischer Ebene.”
Die Pläne der Politik, die Erfordernisse der Wirtschaft und wie sich die Einstellung der jungen Leute in der Arbeitswelt ändert, wurde in der anschließenden Gesprächsrunde mit WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf, Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm, Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier und René Tritscher, Geschäftsführer der Aus­trian Business Agency diskutiert. „Die Generation Corona hat zur gleichen Zeit einige Krisen zu ertragen. Sie ist aber nicht entmutigt. Anstatt zu resignieren, versucht sie sich durchzukämpfen – auch am Arbeitsmarkt”, folgerte Heinzlmaier in einer Art Resümee.

Ruf nach EU-weiter Lösung

Punkto Digitalisierung stellte Tristan Horx vom Zukunftsinstitut die These auf, dass „wir uns bereits in einer digitalen Korrekturschleife befinden. Für den Handel heißt das: Bei aller Digitalisierung gibt es auch wieder eine Renaissance der zwischenmenschlichen beratenden Funktionen”, so Horx, der daher rät, bei der Weiterbildung „den Fokus auf zwischenmenschliche Kompetenzen” zu legen.

Einigkeit herrschte beim dritten Themenschwerpunkt, dass der österreichische Handel nicht losgelöst vom internationalen Umfeld betrachtet werden kann; WKÖ-Präsident Harald Mahrer pochte im Rahmen seines „Closing Talks” dabei erneut von der „Notwendigkeit eines neuen Energiemarktdesigns auf europäischer Ebene” – und plädierte für Zusammenhalt. (red)

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