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Waldquelle zeigt Stärke im Near Water-Bereich © Andreas Hochgerner
© Andreas Hochgerner

christian novacek 03.05.2019

Waldquelle zeigt Stärke im Near Water-Bereich

Monika Fiala, Geschäftsführerin der Waldquelle, freut sich über sattes Wachstum dank Innovationen.

••• Von Christian Novacek

Waldquelle sprudelt stetig und hält traditionelle Image-Werte hoch. Da man nie weg von der Glasflasche war, ist die Nachhaltigkeitsambition des Unternehmens besonders glaubwürdig. Waldquelle-Chefin Monika Fiala im medianet- Interview über die Ambitionen des burgenländischen Mineralwasserabfüllers, der dank der konsequent durchgezogenen Positionierung in der Menge die Nummer 2 am Markt stellt.


medianet: Waldquelle hat im letzten Jahrzehnt einiges an Marktanteil zugelegt – wie schaut denn die aktuelle Marktanteilssituation bei Mineralwasser aus?
Monika Fiala: Die allgemeine Entwicklung am Mineralwassermarkt stagnierte laut Nielsen-Ergebnissen im vergangenen Jahr. Die etablierten Mineralwasser-Marken am österreichischen Markt halten sich dabei konstant. Erfreulicherweise konnte Waldquelle Mineralwasser im Jahresvergleich 2017/2018 seinen Marktanteil ausbauen. Mengenmäßig nehmen wir am heimischen Markt im Segment Mineralwasser den starken zweiten Platz ein.

medianet: Wie war die Geschäftsentwicklung 2018, wie läuft 2019?
Fiala: Durch ein Wachstum von ein Prozent konnten wir im Jahresvergleich wichtige Marktanteile gewinnen. In 2018 wie auch zu Beginn des Jahres 2019 verzeichnen wir eine besonders gute Entwicklung im Segment unserer Mehrweg-Glasflaschen. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir hier ein Wachstum bei der 1l-Glasflasche um +14 Prozent.

medianet: Und wie schaut es im Kontext mit neuen Varianten aus?
Fiala: Jährlich zum Saisonstart bringen wir eine neue Near Water-Sorte auf den Markt. 2018 war es ‚Holunder & Preiselbeere'. Das war besonders erfolgreich und wir waren im Konkurrenzvergleich (vgl. Nielsen) der Wachstumssieger im Near Water-Segment. Für 2019 sind wir zuversichtlich, weiter zu wachsen – sowohl im Bereich der Glasflaschen als auch durch unsere Innovation im Near Water-Segment.

medianet: Inwieweit ist dieses Wachstum in aktuelle Trends eingebettet?
Fiala: Ein wichtiger anhaltender Trend ist die gesunde und bewusste Ernährung. Hier setzt unsere Innovation heuer an: Mit ‚Waldquelle Frucht Still' bringen wir als erstes regionales Mineralwasserunternehmen ein Frucht-Mineralwasser ohne Kohlensäure auf den Markt. Gleichzeitig gilt: Weniger Zucker ist mehr. Die neuen Fruchtsorten enthalten um durchschnittlich 40 Prozent weniger Zucker als andere Near Water-Produkte. Die Sorten Marille & Passionsblume und Erdbeere & Him­beere enthalten außerdem Vitamin B für mehr Energie und Vitalität im Alltag. Für die Sommermonate gibt es zusätzlich eine besonders erfrischende Limited ­Edition mit Zitrone & Melisse.

medianet: Wie zufrieden sind Sie mit der Preisentwicklung bei Mineralwasser im LEH?
Fiala: Die Preisgestaltung ist Sache des österreichischen LEH und wir nehmen keinen Einfluss auf diese. Mineralwasser ist ein sehr wertvolles Lebensmittel, das manchmal sicherlich – v.a. auch im Zuge von Promotions – unter seinem Wert ‚verschleudert' wird.

 

medianet: Wie bedeutend sind die Umsatzschübe bei –25 Prozent-Warengruppenrabatten?
Fiala: Mineralwasser ist generell eine Warengruppe, die stark von Promotions, die der LEH umsetzt, beeinflusst ist. Die –25 Prozent-Aktion Warengruppenrabatte reihen sich bezüglich der Auswirkung in diese hohe Anzahl von Promotions ein.

medianet: Wann hat sich zuletzt an der Positionierung der Marke Waldquelle Entscheidendes geändert?
Fiala: Die Kernwerte der Marke Waldquelle sind Regionalität, Natur und Familie. Waldquelle positioniert sich als Mineralwasser-Marke für Familien. Auf diese Positionierung haben wir uns in den vergangenen Jahren noch stärker fokussiert und richten sämtliche Aktivitäten an den Interessen der Zielgruppe aus. 2018 haben wir beispielsweise den ‚Waldquelle Familienwandertag' ins Leben gerufen. Sehr wichtig im Markenkern ist uns auch die Regionalität, letztlich die Herkunft der Waldquelle. Waldquelle ist mit seiner Quelle eingebettet inmitten des Naturpark Landseer Berge. Nachdem wir ein 100%iges Naturprodukt verarbeiten, liegt uns die Natur am Herzen und wir zeigen das mit verantwortungsvoller Qualitäts- und Umweltpolitik.

medianet: Preislich liegt Waldquelle leicht unter den Marktführern, aber doch klar über den Preiseinstiegsmarken – was ist der Gedanke dahinter?
Fiala: Waldquelle Mineralwasser bietet allen Konsumenten ein perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis: beste Qualität zu einem guten Preis. Diese Preisgestaltung ist zentral für unsere Positionierung als Mineralwasser-Marke für Familien. Wir entsprechen mit unserer Leistung den Bedürfnissen und Ansprüchen von Familien und sind somit immer ein attraktives Angebot.

medianet: Das Unternehmen hat die Glasflasche nie aufgegeben – können Sie heute davon profitieren?
Fiala: Beim Thema Mehrweg-Glasflaschen sprechen Sie mir aus der Seele! Waldquelle hat immer stark auf die 1l-Glasflasche gesetzt und ist hier seit vielen Jahren Marktführer. Das Wachstum im vergangenen Jahr von +14 Prozent lässt sich auf die Sensibilisierung der Konsumenten in puncto Nachhaltigkeit zurückführen. Nachhaltiges Denken gewinnt weiter an Bedeutung und wir unterstützen dies sehr gern. Deshalb investieren wir heuer mehrere 100.000 Euro in die Aufrüstung unserer Glaslinie.

medianet: Wie sehen Sie die Anti-Plastik-Bestrebungen seitens Handel und EU? Was ist ziel-, was irreführend?
Fiala: Es gibt sehr viele Lösungen, aber noch mehr Ansätze! Für uns ist es essenziell, dass Plastik richtig entsorgt wird und anschließend recycelt werden kann; nur so kann es im Kreislauf gehalten werden. Jede Initiative in diese Richtung unterstützen wir.

medianet: Römerquelle setzt zu 100 Prozent auf Recycling – heißt das, dass andere weniger recyceln können, weil ihnen Römerquelle das recyclierte Material wegschnappt?
Fiala: Es ist richtig, dass bei recyceltem PET derzeit die Nachfrage größer ist als das Angebot. Recyclingmaterial ist aktuell teurer einzukaufen als neues Plastik, was die große Knappheit der Ressource ausdrückt. Genau daher ist es auch so wichtig, dass PET-Flaschen im Kreislauf gehalten werden und die frühzeitige Erreichung einer Sammelquote von 90 Prozent, welche uns die EU ab dem Jahr 2030 vorschreibt, angestrebt wird.

medianet: Würden Sie Waldquelle im Rahmen einer Blindverkostung herausschmecken? Wenn ja: Was ist der für Sie typische Waldquelle-Geschmack?
Fiala: Der typische Waldquelle-Geschmack ist die besondere Harmonie der Mineralien im Wasser. Und das erkenne ich bei jeder Blindverkostung.

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