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Webshops wanted © shoepping.at

Die heimische Plattform Shöpping schaffte während des Shutdowns eine Versechsfachung der Online-Reichweite.

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Die heimische Plattform Shöpping schaffte während des Shutdowns eine Versechsfachung der Online-Reichweite.

Redaktion 08.05.2020

Webshops wanted

Laut Advicum ist spätestens jetzt die Zeit gekommen, fehlende Vertriebskanäle zu implementieren.

WIEN. Die Advicum Consulting GmbH, ein eigentümergeführtes österreichisches Beratungs- und Investmentunternehmen, geht davon aus, dass dem österreichischen Einzelhandel rd. vier Mrd. € Umsatz seit Beginn des Shutdowns verloren gingen. Entscheidend für die Höhe der Verluste war dabei weniger die Branchenzugehörigkeit als das vorhandene Angebot an Vertriebskanälen. Gute Webshops hatten mithin Rettungsring-Qualität.

Pro verordnetem Schließtag büßten stationäre Einzelhändler in den vergangenen Wochen durchschnittlich 46,4% des Verkaufserlöses ein; in den Einkaufszentren betrug das Minus sogar rd. zwei Drittel. Indes boomten die Webshops. Das österreichische Einkaufsportal Shöpping etwa verbuchte sogar eine Versechsfachung seiner Online-Reichweite.
„Auch im Lebensmittelhandel, der den stationären Einkauf durchgehend ermöglichte, kam es im Onlinebereich zu einem deutlichen Plus”, berichtet Advicum Retail-Experte Florian Bernhard. Er folgert: „Das Gebot des Social Distancing wird uns bis auf Weiteres erhalten bleiben, daher werden und müssen digitale Vertriebskanäle wie Webshops und Social Commerce in näherer Zukunft boomen.” Ein breiter Rollout moderner Technologien wie Virtual Reality, die gerade in Corona-Zeiten ein lebensnahes Einkaufserlebnis schaffen würden, lasse freilich noch auf sich warten.

Vertrieb verbessern

Was das Hochfahren im Handel aktuell betrifft, warnt Andreas Kornberger, Associate Partner bei Advicum Consulting: „Finanzspritzen sichern das Überleben eines Retailers nur temporär. Wer ohne klare strategische Positionierung jetzt sein Geschäft hochfährt, wird möglicherweise schon bald wieder Schwierigkeiten bekommen, spätestens bei einer möglichen zweiten Coronawelle.”

Wichtig seien im Moment liquiditätssichernde Maßnahmen wie die Konzentration von Sortimenten und Standorten, die Fokussierung auf Kernkompetenzen, Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung. Zugleich sollte die Implementierung fehlender Vertriebskanäle (Webshops, Social Media, Customer Service) mit entsprechenden technischen Lösungen vorangetrieben werden. (red)

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