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Wer Online sagt, sagt auch Amazon © Amazon
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Redaktion 13.04.2018

Wer Online sagt, sagt auch Amazon

Amazon ist im Digital Retail Österreichs nach wie vor die überragende Messlatte; Unito legt dahinter gut zu.

WIEN. Der heimische Onlineriese ist ein internationales Schwergewicht: Amazon hat die österreichischen Online-Umsätze fest im Griff. Und auch die Nummer 2 in Sachen Digital Retail ist mit Zalando nicht gerade eine österreichische Visitenkarte.

Allerdings: Auf Rang 3 und 4 bringt sich die Unito-Gruppe mit Universal und Otto bereits gut in Stellung. Die kennt zwar auch eine deutsche Mutter namens Otto, allerdings ist sie steuerlich und geschäftlich hierzulande bestens verankert. Deren Chef Harald Gutschi über das Reüssieren neben Amazon: „Wir setzen auf Innovation, doch ein Ziel ist bewusst traditionell geblieben: So nahe wie möglich bei unseren Kunden zu sein, ihre Bedürfnisse zu erkennen und ihnen ihren Alltag mit relevanten Mehrwerten zu erleichtern. Wir bieten unseren Premiumkunden beispielsweise individuelle Shopping-Vorteile wie versandkostenfreie Lieferung, bevorzugten Kundenservice und exklusive Rabatte.” Das Rezept geht aktuell bestens auf – insbesondere im boomenden Mobile-Shopping verzeichnet beispielsweise Universal 2017/18 einen Umsatzzuwachs von 57%.

Online Lebensmittel shoppen?

Nach wie vor offen bleibt die Frage, ob man jemals mit Lebensmitteln im Digital Retail reüssieren wird. Rewe gesamt stemmt hierzulande 30 Mio. € Online-Umsatzgewicht, laut Vorstand Marcel Haraszti „ein zartes Pflänzchen, das noch wachsen wird.”

Spar-Präsident Gerhard Drexel drückt sich in der Einschätzung der virtuellen Erwartungen vorsichtig aus: „Der Anteil des Onlinehandels mit frischen Lebensmitteln in Österreich und in den von uns bearbeiteten Nachbarländern beträgt derzeit bei den meisten stationären Lebensmittelhändlern nur zwischen 0,5 bis zwei Prozent. Auch ist der Anteil der sogenannten Pure Player am LEH-Volumen in diesen Ländern derzeit nicht höher. Ich will da keine Prognose machen, aber zurzeit wird das Thema Onlinehandel mit frischen Lebensmitteln in Österreich überschätzt.”

Onlineaffine Österreicher

Prinzipiell sind die Österreicher onlineaffin: Im Vergleich unter 19 überwiegend europäischen Ländern zählt die Alpenrepublik zu jenen mit den höchsten Online-Ausgaben pro Kopf. Im Schnitt gibt jeder Österreicher 885 € für Bücher, Bekleidung & Co in Online-Shops aus (Erhebung von RegioData).

Die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben haben mit 1.118 € die Briten, gefolgt- von den Schweizern (1.033 €) und Norwegern (920 €). Österreich nimmt im Ranking Platz 4 ein. Am dynamischsten entwickelten sich zwischen 2015 und 2016 die Online-Einkäufe in Großbritannien, Deutschland, Italien und Niederlanden. Schlusslichter sind Russland und die Türkei. (nov)

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