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Wie gefährdet ist die Mostbirne? © CleanHill Studios (2)

Die Leader-Region Tourismusverband Moststraße startete gemeinsam mit dem Land NÖ und der Stiftung „Blühendes Österreich” ein Projekt zur Erhaltung der Streuobst­wiesen.

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Die Leader-Region Tourismusverband Moststraße startete gemeinsam mit dem Land NÖ und der Stiftung „Blühendes Österreich” ein Projekt zur Erhaltung der Streuobst­wiesen.

Redaktion 25.06.2021

Wie gefährdet ist die Mostbirne?

Die Billa-Stiftung Blühendes Österreich setzt sich für die ­Rettung von 2.000 km² Streuobstwiesen im Mostviertel ein.

MOSTVIERTEL / WIEN. Die Zeiten, in denen im sanft-hügeligen Mostviertel die Streuobstwiesen das Landschaftsbild prägten und für Tausende Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Refugium darstellten, sind vorbei: „Streuobstwiesen sind akut gefährdet. Vor dem Jahr 1960 gab es in Österreich noch ca. 35 Mio. großkronige Obstbäume in der Landschaft. Heute sind nur mehr weniger als vier Mio. Bäume vorhanden, und der Rückgang hält an”, erzählt Hans Hartl, Obmann der ARGE Streuobst.

Vielfalt und Lebensraum

Betroffen ist auch die in ihrer Sortenvielfalt einzigartige Mostbirne, deren Verarbeitung zu Most eine lange Tradition in der Region hat. Aufgrund des arbeitsintensiven Pflege- und Ernteaufwands von Streuobstwiesen zählt die Mostbirne sogar zu den gefährdeten Obstsorten in Österreich. „Aus diesem Grund hat die ARGE Streuobst gemeinsam mit dem Umweltdachverband heuer erstmalig den ‚Tag der Streuobstwiese' europaweit ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Streuobstwiesen zu schärfen. Es gibt keinen schöneren Blumenstrauß als einen blühenden Streuobstbaum”, so Hartl.

Raritäten identifizieren

Um die Streuobstkultur und die vom Aussterben bedrohten Birnensorten zu erhalten, haben die Leader-Region Moststraße, das Land Niederösterreich, die Billa-Stiftung Blühendes Österreich und die Grundeigentümer außerdem ein gemeinsames Projekt gestartet, durch welches eine regionale Trendwende im gefährdeten Biotop Streuobstwiese eingeläutet werden soll.

„Durch unsere Initiative erhalten wir unser Landschaftsbild, traditionelle Anbaumethoden und seltene Birnensorten wie Graukerlbirne und Schöberlbirne. Mutterbäume von Birnen-, aber auch Äpfel-Raritäten werden gezielt gepflegt und mindestens 100 neue Jung-Mutterbäume gezogen und ausgepflanzt. Durch genetische Analysen identifizieren wir außerdem die Raritäten wissenschaftlich”, erklärt Mathias Weis, Biologe und Projektleiter der Leader Region.

Best Practice

„Für Billa sind die artenreichen Lebensräume von Streuobstwiesen sowie der Erhalt regionaler Lebensmittel und der entsprechend traditionell nachhaltigen Bewirtschaftung ein Anliegen. Aus diesem Grund unterstützen wir dieses Projekt über unsere Stiftung ‚Blühendes Österreich'”, so Tanja Dietrich-Hübner, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit Rewe International AG. „Unsere Initiative ist für mich ein Best Practice-Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Landwirtschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft”, so Ronald Würflinger, Geschäftsführer der Stiftung Blühendes Österreich. (dp)

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