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„Wir waren ein bisschen still”: Penny wird lauter © Penny/Harson
© Penny/Harson

Redaktion 23.08.2019

„Wir waren ein bisschen still”: Penny wird lauter

Der Rewe-Diskonter lud zur Eröffnung der 300. Filiale in Retz. Die Zeiten der Stille scheinen vorbei.

••• Von Paul Hafner

RETZ. Erst im vorigen Sommer feierte Penny sein 15-Jahres-Jubiläum, ein knappes Jahr später gab es wieder Anlass zum Anstoßen: In Retz wurde die österreichweit 300ste Filiale des Diskonters eröffnet.

Nach einer blasmusikalischen Willkommensheißung des Retzer „Windmühlen Echo” richtete Geschäftsführer Ralf Teschmit Worte der Anerkennung an das Filialteam um Managerin Maria Prelec: „Ohne euch wären wir gar nichts.” Verkaufsleiter Patrik Opressnig stimmte mit ein: „Der Schlüssel zum Erfolg sind unsere Mitarbeiter.”

Schwarze Zahlen

Dass Penny 2019 von Erfolg sprechen kann, mutet überraschend an: Die Diskonter-Konkurrenz in Österreich ist groß, Zweifel an seiner Überlebensfähigkeit begleiten den Diskonter seit den Anfangstagen. Doch mit einem Umsatzplus von 2,4% legte Penny im Vorjahr mehr zu als die Rewe-Schwestern Merkur und Billa und übertrumpfte auch die Diskonter-Konkurrenz.

Zweiteres mache ihn „schon ein bisschen stolz”, so Teschmit, der die Geschicke von Penny Österreich 2016 übernahm.

Zu wenig kommuniziert

Penny, das betonen Teschmit und Opressnig im Laufe des Abends mehrmals, soll anders und vor allem mehr wahrgenommen werden: „Wir waren ein bisschen still – das wollen wir ändern”, meint Teschmit.

So seien positive Rückmeldungen häufig mit Überraschung verbunden; dass Penny etwa der einzige Lebensmittelhändler sei, der in seinen Filialen „den persönlichen Service eines ausgebildeten Fleischhauers anbietet”, sei zu vielen potenziellen Kunden nicht bewusst. Ähnlich verhalte es sich mit dem hohen Eigenmarkenanteil, dem Backsortiment sowie Obst und Gemüse.

Drei Säulen

Ebendiese Vorzüge möchte Penny stärker in den Fokus rücken und so Stammkunden binden. „Mit dem Gebäck, das mehrmals täglich bis Ladenschluss gebacken wird, wollen wir zum Wiederkommen locken. Beim Fleisch stehen wir für Qualität und das Erfüllen individueller Wünsche und bei Obst und Gemüse wollen wir mit Frische punkten ”, erklärt Teschmit.

Damit Penny weitergedeiht – seit der 15-Jahres-Feier haben bereits vier neue Filialen eröffnet –, seien Investitionen wichtig. In den vergangenen zwei Jahren habe man über neun Mio. € in das Personal investiert; den Luxus eigener Fleischer in der Mehrzahl der Filialen leiste man sich bewusst. Ein Imagewandel wird angestrebt: „Wir wollen uns auf unsere Grundwerte konzentrieren.”

Regionales und Bio

Zu jenen Grundwerten zählen Teschmit und Opressnig auch die Regionalität, die bei der Eröffnung der Retzer Filiale am 22. August im Mittelpunkt stand.

Die Fleischprodukte der Eigenmarke „Ich bin Österreich” werden von regionalen Schlachthöfen bezogen. So komme etwa das Schweinefleisch von der Firma Dachsberger aus dem nahegelegenen Gauderndorf, Rohprodukte für den Backshop werden zum Teil von der Horner Bäckerei Riederich bezogen. „Sämtliche Teiglinge sind zu 100 Prozent österreichischer Herkunft”, unterstrich Opressnig.
Bio-Produkte werden unter der Eigenmarke „Echt B!O” vertrieben; Teschmit: „Hier ist eine deutliche Ausweitung geplant.”

Blühendes Österreich

Wie andere Lebensmittelhändler arbeitet auch Penny mit Wohltätigkeits­organisationen zusammen, um die Menge weggeworfener Lebensmittel gering zu halten. Im Rahmen der Rewe-Initiative „Blühendes Österreich” wird das von den Gemeinden Retz und Retzbach entwickelte Projekt „Trockenrasen Retz” unterstützt: Die gefährdeten Trockenrasenflächen der Region sollen durch die Beweidung mit Schafen geschützt werden – ein Cent jedes in der Filiale verkauften Artikels fließt in diese Initiative.

Arbeitsplätze in Retz

Mit der neuen Filiale sind zehn neue Arbeitsplätze entstanden, „die wir in Retz wirklich notwendig haben”, wie der bei der Eröffnung anwesende Bürgermeister Helmut Koch hervorhob.

Die Filiale, die binnen 18 Wochen gebaut wurde, umfasst 672 m² und bietet ein Sortiment von rund 2.000 Artikeln. Der Markt wird nach Unternehmensangaben ausschließlich mit Grünstrom betrieben.

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