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Zu teuer für die Masse © Kearney/Appl

Hätte ökologische Ware einen faireren Preis, wäre sie massenfähiger, so das Fazit der Kearney-Studie „Why today’s pricing is sabotaging ­sustainability”.

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Hätte ökologische Ware einen faireren Preis, wäre sie massenfähiger, so das Fazit der Kearney-Studie „Why today’s pricing is sabotaging ­sustainability”.

Redaktion 11.09.2020

Zu teuer für die Masse

Die Preisgestaltung nachhaltiger Produkte ist oft stark überhöht, befindet eine Kearney-Studie.

WIEN. Eine neue Kearney-Studie kritisiert überhöhte Preisspannen bei einer Vielzahl ökologischer Produkte. Besonders im Bio-Segment würden Waren im Schnitt 75 bis 85% mehr als herkömmliche kosten – womit die Preisgestaltung über den Preis­erwartungen vieler Kunden liegt, und auch „über den wahren Kosten”, wie Carsten Gerhardt, Partner und Nachhaltigkeitsexperte der Managementberatung Kearney, erklärt.

Das müsse nicht sein: „Würden Markenbesitzer und Händler sich an den tatsächlich anfallenden Kosten orientieren und ihre konventionelle Preisgestaltung überdenken, könnten sie ihren Umsatz steigern und im Wettbewerb punkten”, folgert Gerhardt.

Horrende Preise

Die höchsten Aufschläge von bis zu 220% finden sich laut Studie bei Mode, Beauty und Healthcare; die geringsten Mehrkosten haben Babynahrung und Energie mit rund 20%.

Frische Lebensmittel wie Bio-Tomaten haben dabei einen niedrigeren Mehrpreis als verarbeitete Produkte wie Bio-Dosentomaten. „Abgeleitet aus diversen Studien” zeige sich, dass diese Preisaufschläge „exorbitant höher liegen als Aufschläge, welche die Kundschaft zu zahlen bereit ist” – ein Schuss ins Knie. Man könne nämlich davon ausgehen, dass „ein Nachhaltigkeitsaufschlag von zehn Prozent auf dem Massenmarkt gut angenommen würde”, so Gerhardt weiter.
Die wahren Mehrkosten würden am Anfang der Wertschöpfungskette anfallen; sie machen aber nur einen geringen Teil des Endpreises aus, oftmals im schmalen Bereich von zehn Prozent. (red)

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