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Zwischen Wunsch und Wirklichkeit © APA/Eva Manhart

„Konstruktiver Diskurs”Handelsobmann Rainer Trefelik und GPA-Chefverhandlerin Helga Fichtinger betonten beide das gute Gesprächsklima, man rechnet aber mit einem „längeren Austausch”.

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„Konstruktiver Diskurs”Handelsobmann Rainer Trefelik und GPA-Chefverhandlerin Helga Fichtinger betonten beide das gute Gesprächsklima, man rechnet aber mit einem „längeren Austausch”.

Redaktion 21.10.2022

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Verhandlungsstart für die KV-Gehälter im Handel: Die Gewerkschaft GPA fordert ein Plus von zehn Prozent.

WIEN. Zum Auftakt der Verhandlungen für den neuen Handels-KV scheinen Erwartungen von Gewerkschaft und Arbeitgeber naturgemäß schwer vereinbar: Die GPA gab am Dienstag ihre Forderung nach einem Gehalts-plus von zehn Prozent öffentlich bekannt; zugleich wies Chefverhandlerin Helga Fichtinger den Wunsch der Arbeitgeber, die Teuerungshilfen der Regierung in den Kollektivvertragsverhandlungen zu berücksichtigen, entschieden zurück: Die Beschäftigten würden sich dann ihre Gehaltserhöhung „mit ihrem Steuergeld selbst bezahlen”.

Die Replik von WKÖ-Handels-obmann Rainer Trefelik, Chefverhandler der Arbeitgeber, ließ nicht lange auf sich warten: „Ich kann nachvollziehen, dass die Gewerkschaft aktuell gerne ein besonders hohes Gehalts-plus hätte, doch angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen müssen sich alle nach der Decke strecken. Wunsch und Wirklichkeit, also was gefordert wird und was machbar ist, liegen wohl noch ein großes Stück auseinander.”

„Händler nicht überfordern”

Trefelik betonte, dass die Handelsunternehmen die gesamte Teuerung nicht alleine schultern können; die heimischen Handelsbetriebe würden schließlich ebenfalls unter den enormen Energiepreisen leiden, zusätzlich mache sich die Eintrübung der Konjunktur zunehmend bemerkbar.

Weiters dürfe man nicht vergessen, dass manche Branchen – etwa Schuh- und Bekleidungshandel – die Auswirkungen von Corona noch längst nicht überwunden hätten: „Wenn wir die Jobs unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im heimischen Handel nachhaltig sichern wollen, dürfen wir die Unternehmen nicht überfordern.” Die Bundessparte Handel werde die Forderungen der Gewerkschaft genau analysieren und „aufbauend auf den konstruktiven Dialog, ein Paket unterbreiten”, so Trefelik abschließend.

Verhandlungsbasis 6,9%

Die Gesprächsbasis zum Auftakt sei jedenfalls „intensiv, aber gut”, ist Trefelik um Wertschätzung bemüht; die rollierende Inflation von 6,9% wurde außer Streit gestellt, die nächste Verhandlungsrunde steigt am 3. November. (APA/red)

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