WIEN. Nach eingehender Auseinandersetzung mit der Kritik am Format „Das Geschäft mit der Liebe“ gibt ATV bekannt, seine bestehenden internen Leitlinien und Kontrollmechanismen zur Sicherung ethischer Standards zu überarbeiten und konsequent nachzuschärfen.
„Wir nehmen die Kritik ernst und möchten uns ausdrücklich dafür entschuldigen, mit einer Reihe zu Recht kritisierter Szenen die Grenzen des ethisch Vertretbaren überschritten zu haben. Aus diesem Anlass werden wir unsere internen Richtlinien und Prozesse entsprechend verbessern“, erklärt dazu ATV-Chef Thomas Gruber.
Format wird bis zur Implementierung neuer Standards ausgesetzt
In einem ersten Schritt wurden alle Episoden der aktuellen Staffel aus dem Netz genommen und die Ausstrahlung weiterer Folgen ausgesetzt. Eine Überarbeitung der bestehenden internen Richtlinien des Senders wurde bereits in die Wege geleitet und soll unter Einbeziehung externer Experten erfolgen. Sobald diese erweiterten Richtlinien vorliegen, werden alle Folgen der aktuellen Staffel von „Das Geschäft mit der Liebe“ anhand dieses neu festgelegten Standards geprüft und bei Bedarf überarbeitet, bevor sie wieder veröffentlicht werden.
Insbesondere plant ATV die Einrichtung einer zusätzlichen redaktionellen Qualitätskontrolle für Unterhaltungsformate, die künftig Inhalte auf die Einhaltung dieser Richtlinien prüft. Darüber hinaus soll die bereits bestehende Anlauf- und Meldestelle ausgebaut werden, um interne wie externe Hinweise, Beschwerden oder Anregungen schneller und wirksamer bearbeiten zu können. Zudem ist eine periodische externe Überprüfung der durch diese Maßnahmen erzielten Fortschritte vorgesehen.
„ATV wird weiterhin ein Sender für breitentaugliche, provokative und emotionale Unterhaltungsformate bleiben. Doch wir werden künftig klarere Grenzen setzen, welche Inhalte vertretbar sind. Unterhaltung darf keinesfalls menschenverachtendes und frauenfeindliches Verhalten fördern“, stellt Gruber klar.
Er betont in diesem Zusammenhang, dass die neuen Standards für alle Reality-Formate von ATV auf allen Kanälen, via TV, Online und Social Media gelten werden. „Wir sind immer bereit, aus Fehlern zu lernen. Die Umsetzung der nun beschlossenen Maßnahmen wird unterschiedlich lange dauern, aber aus eigenem Interesse von uns mit Nachdruck betrieben werden“, so Gruber abschließend.