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Weil das Gras anderswo grüner sein könnte … © Panthermedia.net/Brasoveanub
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sabine bretschneider 14.06.2019

Weil das Gras anderswo grüner sein könnte …

Aktuelle Arbeitnehmerbefragung in Österreich: Die Mehrheit fühlt sich deutlich unterbezahlt.

••• Von Sabine Bretschneider

Eine aktuelle Auswertung von Deutsche Bank Research („Mapping the World’s Prices 2019”) reiht 56 Großstädte in 42 Ländern u.a. nach deren Lohnniveau. Das Ergebnis in Kürze: Auf Platz eins dieses Rankings liegt San Francisco, vor Zürich, New York City und Boston. Wien, die einzige österreichische Stadt in dieser Auswertung, belegt hier nur Rang 29.

Jetzt ist zwar Geld längst nicht alles. Das wissen wir, seit Dänemark mit dessen Streben nach „Hygge” (in etwa: Wohlbefinden) ganz Europa infiziert hat. Dennoch trägt ein zufriedenstellendes Gehalt maßgeblich zur Unternehmenstreue bei, so ein Fazit der aktuellen EY-Jobstudie „Karriere Österreich 2019”, für die 1.001 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden.

Neuer Job? Gern!

Österreichische Arbeitnehmer fühlen sich zu einem überwiegenden Teil ihrem Arbeitgeber verbunden und sind grundsätzlich zufrieden mit ihrem Job. So geben 81% der Arbeitnehmer hierzulande an, dass sie sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verbunden fühlen – fast ein Drittel (27%) sogar sehr. Dabei gilt: Je höher die Position, desto höher die Verbundenheit.

So ist der Anteil der „loyalen” Beschäftigten im Top-Management mehr als doppelt so hoch wie bei angelernten bzw. ungelernten Arbeitskräften. So gut wie jeder zweite Mitarbeiter wäre allerdings einem Wechsel in ein anderes Unternehmen nicht abgeneigt – wenn die Bezahlung stimmt.

Je älter, desto treuer

Die Unternehmen können sich vor allem auf ihre erfahrenen Mitarbeiter verlassen: 32% der Arbeitnehmer über 50 Jahren fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber sogar sehr eng verbunden, während das bei den bis zu 20-Jährigen nur 20% von sich sagen. Gleichzeitig machen sich zehn Prozent der Arbeitnehmer unter 35 aktiv auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber, aber nur drei Prozent der über 50-Jährigen.

Für Ingrid Rattinger, Managing Partner Talent bei EY Österreich, ist die hohe Loyalität der österreichischen Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitgeber zunächst ein positives Zeichen: „Da die Wirtschaft gerade brummt, werden gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt rar. Unternehmen tun deshalb inzwischen deutlich mehr für die, die bereits an Bord sind – sei es durch attraktive Arbeitszeiten, Home-Office oder sonstige Anreize.”
Allerdings warnt Rattinger auch, dass zu viel Zufriedenheit schnell in Stillstand umschlagen kann. „Eine dynamische Wirtschaft benötigt einen mobilen Arbeitsmarkt und aufstiegsorientierte Mitarbeiter, aber auch Unternehmen, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genügend Aufstiegsmöglichkeiten bieten.”

Top-Thema: mehr verdienen

Immerhin 57% der Arbeitnehmer in Österreich halten sich für unterbezahlt. Und: Kein Befragter ist der Meinung, mehr zu erhalten als ihm eigentlich zusteht. Im Durchschnitt liegt die geforderte Mehrbezahlung bei knapp 13,7%, wobei Frauen mit 11,1% deutlich weniger fordern als Männer (16,2%). Dennoch hält eine Mehrheit von 65% das Gehaltsgefüge im eigenen Unternehmen für absolut oder überwiegend fair.

Rattinger. „Das liegt allerdings möglicherweise auch daran, dass im eigenen Unternehmen oft der Vergleich fehlt. Daher müssen Personalabteilungen ein transparentes und nachvollziehbares Gehaltsgefüge etablieren”.
Besonders fair bezahlt fühlen sich aktuell Arbeitnehmer im Handel (72%), der Industrie (71%) und der Bauwirtschaft (69%). Unter den Dienstleistern halten hingegen nur 57% das Gehaltsgefüge in ihrem Unternehmen für fair. Die größten Gehaltssprünge fordern Arbeitnehmer in der Industrie (+25,1%), der Dienstleistungsbranche (+18,2%) und der Bauwirtschaft (+15,9%).

Junge sind „mobiler”

Immerhin 28% der Arbeitnehmer sehen sich derzeit tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt um. Bei Männern liegt der Anteil mit 30% höher als bei Frauen (26%). Die Mobilität am Arbeitsmarkt ist bei jüngeren Arbeitnehmern erwartungsgemäß stärker ausgeprägt: Unter den 20-Jährigen bzw. 21- bis 35-Jährigen ist der Anteil derer, die nach einem neuen Arbeitgeber Ausschau halten, mit jeweils 37% am höchsten. Bei Arbeitnehmern über 50 Jahren beträgt der Anteil nur 15%. Als wichtigstes Motiv für die Suche nach einer neuen Stelle nennen die Befragten überwiegend eine bessere Bezahlung (59%).

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