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Beim Eigenkapital ist Salzburg die Mitte © Panthermedia.net/Pandionhiatus3
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Redaktion 06.07.2018

Beim Eigenkapital ist Salzburg die Mitte

Finanzpolster der österreichischen Unternehmen ist gestiegen – Vorarlberg vorn, Burgenland hinten.

••• Von Reinhard Krémer

Die gute Konjunktur macht sich auch beim Eigenkapital heimischer Unternehmen positiv bemerkbar: Einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich zufolge konnten nämlich die heimischen Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis im Jahr 2016 leicht stärken.

Der Median der Eigenkapitalquoten für ganz Österreich lag bei 36,2%, was einen Anstieg von 0,81 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr davor bedeutet.

Vorarlberg liegt vorn …

Im Bundesländervergleich führen wie bereits im Vorjahr Vorarlberger Unternehmen das Ranking an. Der Median der Eigen­kapitalquoten lag hier 2016 bei 42,81% und damit deutlich über dem Österreichschnitt. Mit 1,11 Prozentpunkten im ­Vergleich zu 2015 wurde im Ländle auch der höchste Anstieg verzeichnet. Dahinter folgen Betriebe aus Tirol (39,44%, +0,64 Prozentpunkte) und Oberösterreich (38,72%, +0,70 Prozentpunkte).

… rote Laterne Burgenland

Das Mittelfeld bilden Salzburg (36,60%, +1,02 Prozentpunkte), Wien (35,34%, +1,07 Prozentpunkte) und Kärnten (34,80 %, +0,72 Prozentpunkte), während Niederösterreich (34,44%, +0,34 Prozentpunkte), die Steiermark (33,57%, +1,09 Prozentpunkte) und das Burgenland (31,46%, –0,65 Prozentpunkte) die Schlusslichter im Ranking bilden.

Das Burgenland ist das einzige Bundesland, in dem ein Rückgang zu verzeichnen war, und während Niederösterreich 2015 noch vor Kärnten lag, wurden 2016 die Plätze getauscht. Insgesamt geht aus der Erhebung hervor, dass die westlichen Bundesländer mit einer dickeren Eigenkapitaldecke ausgestattet sind als die östlichen.

Großflächiger Vergleich

Im Rahmen der Erhebung hat CRIF die bis Mitte 2018 eingereichten Bilanzen der Jahre 2015 und 2016 von rund 100.000 österreichischen Groß-, Mittel- und Kleinunternehmen verglichen.

„Die heimischen Unternehmen haben in den Krisenjahren ihre Hausaufgaben gemacht – das macht sich jetzt, wo die Wirtschaft und die Auftragslage wieder anziehen, bezahlt. Gerade wenn die Zeichen auf Wachstum, Expansion und Investition stehen, ist es gut und wichtig, über eine dicke Eigenkapitaldecke zu verfügen, denn diese Unternehmen sind bei der Kreditvergabe klar im Vorteil”, erklärt Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich.
Heruntergebrochen auf die Unternehmensgröße, zeigt sich für die österreichischen KMU ebenfalls ein positives Bild: Die klare Mehrheit, nämlich 80,96%, der kleinen und mittleren Betriebe sind mit einer positiven Eigenkapitalquote ausgestattet und somit gegen etwaige Krisen gut gerüstet. Bei mehr als der Hälfte (55,03%) liegt die Eigenkapitalquote bei über 30% – dem empfohlenen Richtwert für einen gesunden Eigenkapitalpolster.

Weniger sind überschuldet

Mit einer positiven Eigenkapitalquote von bis zu 30 % ist rund ein Viertel der KMU (25,93%) ausgestattet. Die Anzahl jener Firmen, die über eine negative Eigenkapitalquote verfügen und somit überschuldet sind, ist zwar leicht gesunken, liegt mit 19,04% aber immer noch relativ hoch.

Auf solidem Fundament

„Österreichs KMU stehen auf einem soliden finanziellen Fundament, und auch wenn die Eigenkapitalquote niedrig oder gar negativ ist, bedeutet das nicht automatisch eine drohende Insolvenz für das Unternehmen. Für den Fortbestand ist Liquidität in den meisten Fällen weitaus wichtiger”, so Recsey.

Bau ist schwächer

Im Branchenvergleich können 28,64% der KMU aus dem Bereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen eine Eigenkapitalquote von über 80% vorweisen; im Gegensatz dazu sind es im Bausektor nur 10,42%.

Im Mittelfeld liegen kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen, wo 19,99% über eine Eigenkapitalquote von über 80% verfügen, sowie Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (17,72%).

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