FINANCENET
Frauen müssen dringend vorsorgen © Raiffeisen Bank International
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Redaktion 28.02.2020

Frauen müssen dringend vorsorgen

Raiffeisen-Umfrage: Fast zwei Drittel der Frauen werden nicht von der staatlichen Pension leben können.

••• Von Helga Krémer

Eine repräsentative Umfrage zum Thema Frauen und finanzielle Vorsorge in Österreich, beauftragt von der Raiffeisen KAG und durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Spectra, zeigt – leider – kaum Überraschendes: Fast zwei Drittel der befragten Frauen gaben an, zukünftig nicht von der staatlichen Pension leben zu können. Ein Viertel der Befragten gab an, bis zu 999 € zur Verfügung zu haben (10% der Männer).

„Nur vier Prozent der Frauen gehen davon aus, mehr als 2.000 Euro an staatlicher Pension zur Verfügung zu haben (12% der Männer; Anm.), 35 Prozent der Frauen wissen gar nicht, welcher Betrag ihnen zur Verfügung stehen wird”, erklärt Peter Bruckmüller, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Spectra.

Alles besser als das Sparbuch

Hinsichtlich der genutzten Vorsorgeprodukte sind laut Umfrage nur 15% der weiblichen Befragten in Wertpapieren veranlagt (Fonds, Aktien, Anleihen, Zertifkate), 27% der Männer. Für deutlich mehr als die Hälfte der Befragten ist das Thema Nachhaltigkeit in der staatlichen Pension ein wichtiges Thema (58% der Frauen, 60% der Männer). 55% der Frauen und 57% der Männer gaben an, dass ihnen das Thema bei privater Pensionsvorsorge ein Anliegen sei.

Was also tun? Wäre nach dem guten Abschneiden von Kapitalmarktveranlagungen im vergangenen Jahr nicht Vorsicht geboten? Stichwort Korrektur? Ingrid Szeiler, Chief Investment Officer in der Raiffeisen KAG geht – auf Basis aktueller Entwicklungen und Indikatoren – zwar von einem etwas weniger fulminanten Kapitalmarktjahr aus, rechnet für 2020 aber bei Aktien mit durchwegs freundlichen Erträgen. Auch rentenseitig sind bescheidene Ergebnisse wahrscheinlich. „Was deshalb insgesamt eine gute Perspektive für gemischte Produkte ergibt”, so Szeiler, die nicht müde wird Frauen – und natürlich auch Männer – dazu zu ermutigen, am Kapitalmarkt zu investieren und hinsichtlich des eigenen Vermögensaufbaus aktiv zu werden. Denn: „Sicherheit frisst Zinsen. Und das Sparbuch deckt die Inflation nicht mehr ab, sondern führt zu Verlusten”, so die Kapitalanlageexpertin. Noch bis 2009 habe der Einlagenzins im Schnitt die Inflation zumeist abgedeckt. Doch seither klaffe die Lücke immer weiter auf. Mittlerweile gingen jedes Jahr bis zu zwei Prozent des ersparten Geldes verloren. „Nach zehn Jahren kommt da eine ganze Menge zusammen, was man sich mit dem Ersparten dann nicht mehr leisten kann”, gibt Szeiler zu bedenken.
Und: „Natürlich sind Aktieninvestments keine Einbahnstraße, sondern eher eine Hochschaubahn, bei der es spannend bleibt. Aber wer länger Zeit für das Investment hat, kann langfristig deutlich profitieren. Im Grunde sind sie für den langfristigen Vermögensaufbau ohne Alternative”, so Szeiler. Wer ein Einzelinvestment scheut, könne auch via Fonds oder Dachfonds in verschiedene Märkte, Branchen, etc. investiert sein.
Laut Spectra-Studie wünschen sich Frauen vor allem Sicherheit in der Geldanlage – „eine Anforderung, die Zertifikate perfekt erfüllen können”, fügt Heike Arbter, Mitglied des Vorstands bei der Raiffeisen Centrobank AG (RCB), hinzu. „Anlagezertifikate sind pfiffige Produkte, die zu jeder Lebensphase oder Anlagestrategie passen.” Dabei müssen Frauen nicht allzu viel Risiko in Kauf nehmen, um eine gute Rendite zu erzielen. „Die Performance unserer Produkte beweist, dass Sicherheit und Ertrag nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern auch im Nullzinsumfeld nachweislich Mehrwert für Anleger möglich ist”, erklärt Arbter.

Zertifikate & Nachhaltigkeit

Als Einstiegsprodukt für sicherheitsorientierte Anleger könnten Kapitalschutzzertifikate die dringend benötigte reale Rendite erzielen. Ebenso vorteilhaft präsentieren sich laut RCB-Analyse Teilschutzzertifikate, durch einen hohen Sicherheitspolster von mindestens 50% und eine positive Wertentwicklung von durchschnittlich +5,18% p.a.

Wo ist denn aber nun die verlangte Nachhaltigkeit? Mit nachhaltigen Investments eine positive Wirkung auf ökologische und soziale Entwicklungen erzielen? Und das ohne Ertragseinbußen? „Zertifikate eröffnen Anlegern das Beste aus zwei Welten: solide Renditechancen und verantwortungsvolles Investieren”, sagt Arbter. So ließen sich mit Kapitalschutz-Zertifikaten zum Thema Nachhaltigkeit attraktive Erträge erwirtschaften: Die durchschnittliche Rendite aller im Beobachtungszeitraum analysierter Zertifikate belief sich auf 4,72% (entspricht 3,64% p.a.) und das bei einem durchschnittlichen Kapitalschutz von 98,48%.
Besonders begrüßenswert ist für Heike Arbter jener Punkt im aktuellen Regierungsprogramm, der auf den steuerlichen Anreiz bei Kapitalmarktinvestments für Privatanleger abzielt: Die KESt-Befreiung für Kursgewinne bei Wertpapieren und Fondsprodukten im Rahmen einer noch zu erarbeitenden Behaltefrist. Dieser Schritt würde Privatanlegern sofort helfen, am Kapitalmarkt teilzunehmen.

Und was jetzt?

Veranlagung hat auch ein bisschen was von der Lieblingsjeans – was an einem selber toll aussieht, passt der Freundin nicht und umgekehrt. „Generelle Empfehlungen für konkrete Produkte sind in der Beratungspraxis nicht zielführend, sehr wohl aber Anlagestrategien”, rät Petra Zehetleitner-Ruderer, Leiterin des Competence Centers Veranlagen und Wertpapiere in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, und empfiehlt für die Pensionsvorsorge, frühzeitig mit einem Fondssparvertrag zu beginnen.

Der Portfolio-Kleiderkasten

Da der Weltfrauentag vor der Tür steht, sei folgende Analogie erlaubt: Alles, was frau mindestens zwei Jahre nicht getragen hat, verscherbelt sie auf einer beliebigen Plattform, legt noch ein bisserl was drauf und geht shoppen. Sie holt sich zeitlose, schicke Teile – solche, die einen ganz lange begleiten werden – in den Portfolio-Kleiderkasten. Dazu ein paar modernere Accessoires, die sie, so es der Modeberater empfiehlt, jederzeit gegen modernere tauscht. Mit dem angesprochenen Modeberater trifft sie sich übrigens mindestens jährlich, um die Passform und oder die Notwendigkeit der im Portfolio-Kleiderschrank befindlichen Teile zu besprechen. Ganz wichtig dabei: Vertrauen wir seiner Expertise!

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