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So wird 2021 © APA/AFP/Noel Celis

China ist durch Corona kaum mehr beeinträchtigt – eine Verbesserung zeichnet sich bei den Schwellenländer-Aktien ab.

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China ist durch Corona kaum mehr beeinträchtigt – eine Verbesserung zeichnet sich bei den Schwellenländer-Aktien ab.

Redaktion 11.12.2020

So wird 2021

Ingrid Szeiler, CIO der Raiffeisen KAG, ortet nächstes Jahr eine spürbare Erholung an den Kapitalmärkten.

WIEN. Das Jahr 2021 wird ein gutes für die Aktienmärkte, zumindest wenn es nach den Erwartungen von Raiffeisen KAG-CIO Ingrid Szeiler geht. Dies fußt zunächst auf der Entwicklung der globalen Konjunktur. Nach beispiellosen Einbrüchen im Jahr 2020 wird im neuen Jahr eine spürbare Erholung eintreten. Diese könnte sogar stärker ausfallen, als es aktuell von den Volkswirten erwartet wird. Hand in Hand mit einer besseren Wirtschaftsdynamik werden sich auch die Unternehmens­gewinne erholen.

Ordentliche Gewinne möglich

Zweistellige Zuwachsraten sind möglich, meint Szeiler: „Wie schon in den letzten Jahren wird eine lockere Geldpolitik als unterstützender Faktor bleiben, und auch die Fiskalpolitik wird weiterhin großzügig sein. Was gibt es Schöneres, als Geld auszugeben, das man zwar nicht hat, aber freigiebig von der Notenbank zur Verfügung gestellt bekommt – ein ‚No-Brainer' für jeden Politiker.”

Hier liegt auch ein wesentliches Risiko für das positive Marktszenario begraben, meint die Raiffeisen-Expertin: „Sollten die Notenbanken gezwungen sein, ihre Liquiditätsinjektionen zu reduzieren oder einstellen zu müssen, hätte das starke Auswirkungen auf viele Marktsegmente.” So hat nur die EZB seit Ausbruch der Krise ihre Bilanz um 340 Mio. € ausgeweitet – pro Stunde, 24/7. Dieses Geld ist zunächst in Staats- und Unternehmensanleihen geflossen.

Inflation als Risiko

„Kein Wunder, dass wir hier die Renditetiefstände wieder erreicht haben. Aber frei nach dem Motto ‚Das Wasser findet seinen Weg' waren natürlich auch Hochzinsanleihen und Aktien begünstigt. Was wäre also dieser ‚Game-Changer', der zu einem Umdenken bei den Notenbanken führen würde? Eine solche Entwicklung sähen wir nur im Fall eines starken Anstiegs der Inflation. Das ist nicht unsere Erwartung, aber zweifellos eines der Risikoszenarien für 2021”, so Szeiler.

An den Aktienmärkten mahnen „kurzfristig verschiedene Stimmungsindikatoren zwar zur Vorsicht (überkaufte Marktsituation), wir erwarten aber auf Sicht der nächsten Monate ein unverändert positives Kapitalmarktumfeld”, sagt Ingrid Szeiler. (rk)

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