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Zahlungsmoral der Österreicher geht zurück © CRIF

Boris Recsey, Geschäftsführer CRIF Österreich.

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Boris Recsey, Geschäftsführer CRIF Österreich.

Redaktion 27.07.2018

Zahlungsmoral der Österreicher geht zurück

Der Anteil der Österreicher mit Zahlungsrückständen ist ist leicht gestiegen. Die durchschnittliche Forderungshöhe über alle Bundesländer hinweg ist gesunken.

WIEN. Die Zahlungsmoral der Österreicherinnen und Österreicher ist erneut zurückgegangen – so das Ergebnis einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich. Der Bevölkerungsanteil mit eröffneten Forderungen im Betrachtungszeitraum ist demnach von 1,50% auf 1,53% leicht gestiegen. Im Gegensatz dazu ist die durchschnittliche Forderungshöhe über alle Bundesländer hinweg um 8% auf rund 323 Euro (Vorjahr: 350 Euro) gesunken.

„Das Ergebnis ist kein Grund zur Sorge – die Zahlungsmoral der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten ist nach wie vor sehr gut, nur ein geringer Teil kann Rechnungen nicht immer fristgerecht bezahlen, so dass diese an ein Inkassobüro übergeben werden müssen“, erklärt Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich. „Dennoch sind Unternehmen, die ihren Kunden den Kauf auf offene Rechnung anbieten, immer einem gewissen Risiko hinsichtlich Zahlungsausfällen ausgesetzt. CRIF hilft dabei, dieses Risiko zu minimieren und unterstützt Handel und E-Commerce, aber auch Banken und Versicherungen, indem Kunden identifiziert und Informationen zu deren Zahlungsverhalten zur Verfügung gestellt werden.“

Burgenland, Tirol und Niederösterreich mit bester Zahlungsmoral und niedrigsten Forderungen
Das Bundesländerranking wird erneut vom Burgenland angeführt. Der Anteil der Personen mit offenen Forderungen liegt hier bei 1,17% und damit unter dem Österreichschnitt von 1,53%. Dahinter folgen Tirol (1,28%) und Niederösterreich (1,29%). Das Schlusslicht bildet Wien, wo im Vergleich mit dem Burgenland fast doppelt so viele Konsumenten, nämlich 2,14%, Inkassomeldungen haben. Insgesamt ist der Anteil der Personen mit offenen Forderungen in allen Bundesländern – ausgenommen Wien und Oberösterreich – gestiegen.

Die durchschnittliche Forderungshöhe wiederum ist in allen Bundesländern zurückgegangen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: Den stärksten Rückgang kann Tirol verzeichnen, wo die Forderungshöhe von 363 Euro auf 306 Euro gesunken ist. Ebenfalls stark zurückgegangen ist die durchschnittliche Forderungshöhe in der Steiermark. Das Bundesland mit der niedrigsten durchschnittlichen Forderungshöhe ist, wie bei der letztjährigen Analyse, das Burgenland. Vorarlberg bleibt mit der höchsten durchschnittlichen Forderungshöhe das Schlusslicht im Ranking.

Frauen haben durchschnittlich niedrigere Schulden als Männer
Der CRIF Erhebung zufolge verfügen Frauen insgesamt über niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. So liegt die Höhe des offenen Rechnungsbetrags bei männlichen Konsumenten im Schnitt bei 378 Euro (2016: 403 Euro) und somit um 41 % höher als bei weiblichen mit 268 Euro (2016: 297 Euro). Die durchschnittliche Forderungshöhe ist sowohl bei Männern (-6,20%) als auch bei Frauen (-9,76%) gesunken. Am stärksten zurückgegangen ist sie dabei bei Männern in Tirol (-18%) – lediglich im Burgenland und in Vorarlberg wurde bei Männern im Vergleich zur letzten Erhebung eine höhere durchschnittliche Forderungshöhe festgestellt.

Unter 30-Jährige am häufigsten überschuldet
Am häufigsten von Überschuldung betroffen sind junge Menschen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren. Mit 4,09 % liegt der Anteil der Personen mit offenen Forderungen hier am höchsten. Allerdings verfügen sie mit durchschnittlich 281 Euro auch über den niedrigsten Schuldenstand. Ab 30 Jahren sinkt der prozentuelle Anteil jener Personen, die offene Forderungen haben. Die Schuldenhöhe wiederum steigt mit dem Alter und erreicht bei Person zwischen 65 und 69 Jahren den Höchststand (468 Euro). (red)

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