HEALTH ECONOMY
Boehringer wächst von Wien aus stark © Martin Hörmandinger/Boehringer Ingelheim

InvestitionDer Standort Wien wird derzeit kräftig ausgebaut, Boehringer Ingelheim investiert dazu mehr als 500 Mio. €

© Martin Hörmandinger/Boehringer Ingelheim

InvestitionDer Standort Wien wird derzeit kräftig ausgebaut, Boehringer Ingelheim investiert dazu mehr als 500 Mio. €

Martin Rümmele 26.04.2019

Boehringer wächst von Wien aus stark

Das Regional Center Vienna des deutschen Pharmariesen Boehringer Ingelheim performt besser als die Konzernmutter.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat von Wien aus im Vorjahr gute Geschäfte gemacht. Das sogenannte Regional Center Vienna (RCV), das für Österreich sowie in mehr als 30 Länder in Mittel- und Osteuropa, Zentralasien, der Schweiz und Israel verantwortlich ist, steigerte die Gesamterlöse um 7,2% auf 897,5 Mio. €. In Österreich alleine stiegen die Umsätze um 9,5% auf 102,9 Mio. €, teilte das Unternehmen mit.

Beschäftigtenzahl wächst

Die Beschäftigtenzahl in der Region stieg um 5,8% auf 3.494, in Österreich sogar um 8,5% auf 1.833. Diese Entwicklung ergibt sich hauptsächlich aus der Rekrutierung neuer Mitarbeiter für eine derzeit in Wien entstehende biopharmazeutische Produktionsanlage.

„2018 war für das Boehringer Ingelheim RCV ein hervorragendes Jahr. In Österreich haben wir zum ersten Mal mehr als 100 Mio. Euro an Gesamterlösen erzielt. Russland, Polen und Tschechien haben das Geschäftsjahr mit zweistelligem Wachstum abgeschlossen”, sagte Philipp von Lattorff, Generaldirektor der Boehringer Ingelheim RCV. Er trägt die Verantwortung für das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Tierarzneimitteln von Boehringer Ingelheim. Darüber hinaus wird von Wien aus die gesamte klinische Forschung der Region gesteuert. Wien ist weiters Hauptzentrum für die Krebsforschung der Konzerns sowie Standort für biopharmazeutische Forschung, Entwicklung und Produktion im Konzern. Auch in der Grundlagenforschung engagiert sich Boehringer Ingelheim und ist hier mit dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie Wien (IMP) vertreten und an weiteren Start-ups beteiligt.
Der gesamte Pharmakonzern schloss das Jahr 2018 mit einem Umsatz von 17,5 Mrd. € ab. Bereinigt um Währungs- und Einmaleffekte, die sich aus dem Tausch von Tiermedizin mit der OTC-Sparte mit Sanofi 2017 ergeben haben, wuchsen die Umsatzerlöse aber um 4%. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen mit 3,2 Mrd. (+2,8%) € auf 18,1% des Jahresumsatzes; dabei fokussiere sich das Unternehmen auf spezifische Therapiegebiete, teilte der Konzern mit.

2019 bringt leichtes Plus

Für das laufende Geschäftsjahr geht Boehringer Ingelheim auf vergleichbarer Basis von einem leichten Wachstum der Umsatzerlöse und weiterhin intensiver Investitionstätigkeit aus. „Allein in Europa planen wir Investitionen von mehr als drei Mrd. Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre”, betonte Vorstandschef Hubertus von Baumbach. „Zentrale Voraussetzung dafür sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen an unseren europäischen Standorten.”

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