HEALTH ECONOMY
Kein Geldsegen © Bettschart & Kofler/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Manfred Greher (Herz-Jesu-Krankenhaus) ist Sprecher der Plattform der sieben Wiener Ordensspitäler.

© Bettschart & Kofler/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Manfred Greher (Herz-Jesu-Krankenhaus) ist Sprecher der Plattform der sieben Wiener Ordensspitäler.

Redaktion 16.03.2018

Kein Geldsegen

Ordensspitälern drohen Kürzungen durch die Stadt Wien. Die Kliniken fürchten um ihr Leistungsangebot.

WIEN. Die Wiener Ordensspitäler versorgen im Auftrag der Stadt Patienten und bekommen dafür Subventionen. Nun fürchten die gemeinnützigen Häuser allerdings Kürzungen. Im Raum stehen offenbar Abstriche von drei Mio. € heuer und je zehn Mio. € in den Jahren 2019 und 2020. Im Wiener Rathaus räumt man Kürzungen ein – allerdings in weit geringerer Form. Der Hintergrund ist, dass im heimischen Spitalswesen die Träger von Kliniken Abgänge, die nicht durch die öffentliche Finanzierung der Leistungen gedeckt sind, selbst tragen müssen. Im Fall der Stadt als Spitalsträger ist das allerdings wieder die öffentliche Hand, im Fall der geistlichen Spitäler sind das die Orden. Um diese Schieflage auszugleichen, zahlt die Stadt Subventionen an die Träger der Ordensspitäler.

Bei den betreffenden Mitteln geht es um einen bereits ausverhandelten Vier-Jahres-Vertrag 2017 bis 2020, sagte Manfred Greher, Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses und Sprecher der Plattform der Wiener Ordensspitäler. Für das erste Jahr sei die vereinbarte Summe noch ausbezahlt worden, „dann hat uns die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass die Subventionsvereinbarung neu zu besprechen sei”. Im schlimmsten Fall müsse man Angebote in der Versorgung reduzieren. „Das ist für uns nicht machbar”, stellte der Mediziner klar.

Wichtig für Versorgung

Um die Relevanz und Leistungen der insgesamt sieben Häuser zu unterstreichen, präsentierte Greher jedenfalls einige Kennzahlen. So versorgten die gemeinnützigen Krankenhäuser im Vorjahr 20% aller stationär behandelter Patienten in der Bundeshauptstadt. Mehr als 60.000 Operationen wurden durchgeführt, 32.000 Kranke tagesklinisch und weitere 300.000 Menschen in den Ambulanzen behandelt. Man biete dabei sehr gute Qualität zu einem attraktiven Preis für die Stadt und helfe so auch dabei, Kosten im Gesundheitswesen zu sparen, warb Greher.

Die sieben Wiener Ordensspitäler sind nicht profitorientiert; sie haben private Träger, sind jedoch in den öffentlichen Versorgungsauftrag eingebunden. Im Unterschied zu anderen privaten Spitälern stehen sie auch Patienten ohne Zusatzversicherung zur Verfügung. (iks)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema