HEALTH ECONOMY
Richter Pharma wächst trotz schwierigem Marktumfeld © Richter Pharma/APA-Fotoservice/Hautzinger
© Richter Pharma/APA-Fotoservice/Hautzinger

Redaktion 14.04.2016

Richter Pharma wächst trotz schwierigem Marktumfeld

Die Richter Pharma AG mit Sitz in Wels hat im Vorjahr den Umsatz um 18% auf 493 Mio. € gesteigert. Jetzt plant man den Ausbau.

••• Von Martin Rümmele

WELS. Die Welser Richter Pharma AG hat ein Rekordjahr hinter sich und ihren Umsatz 2015 auf 493 Mio. € (2014: 417 €) gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg auf 6,2 Mio. €. Der Konzern rechnet mit einem weiteren Wachstum in den kommenden Jahren und hat daher in Wels 14.400 Quadratmeter Bauland erworben. Bisher hat das Familienunternehmen mit 399 Mitarbeitern drei Standorte in Wels und einen in Groß Enzersdorf bei Wien. Mit dem neu erworbenen Areal wurde Platz für die Produktion, den Großhandel und die Pharma Logistik geschaffen, erläuterte CEO Roland Huemer. Damit trage man dem Expansionskurs Rechnung.

Bekenntnis zum Standort

„Der Zukauf dieses Grundstücks ist eine logische Konsequenz unserer Wachstumsstrategie und sichert langfristig den Sitz des Unternehmens und somit auch die Arbeitsplätze“, betont Huemer. „Auch dem Wunsch der Eigentümerfamilie die Fortführung der Welser Tradition von Richter Pharma zu sichern, wird mit dem Zukauf Rechnung getragen“, ergänzt Florian Fritsch, Eigentümer der Richter Pharma AG. „2015 wurde gemeinsam mit der gesamten Führungsmannschaft ein umfassendes Unternehmensentwicklungsprogramm sowie ein Update der Unternehmensstrategie bis 2020 umgesetzt. Unsere künftigen strategischen Initiativen machen es erforderlich, für ein weiteres Wachstum des Unternehmens vorzubauen“, erklärte Huemer bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Die Richter Pharma AG fußt auf vier Standbeinen. So ist sie vollsortierter Arzneimittelgroßhändler für öffentliche Apotheken und ärztliche Hausapotheken in Österreich. Zudem ist das Unternehmen marktführender Distributor für alle heimischen Tierärzte. Weiteres Geschäftsfeld ist die Eigenproduktion, vor allem auf dem Sektor Schmerzmittel im Veterinärbereich. „Seit 2012 wurden zehn Verfahren mit zusätzlichen 140 Veterinärzulassungen abgeschlossen. Zehn weitere sind in der Pipeline“, erklärte der CEO. Insgesamt halte man 350 Zulassungen.
Sehr erfolgreich entwickelte sich die 100-prozentige Tochter Pharma Logistik Austria (PLA), die voriges Jahr zum Gesamtumsatz 298 Mio. € beitrug und damit ein Wachstumsplus von 21 % erzielte. Mittlerweile ist die PLA für 48 Industriefirmen in Österreich als Logistikdienstleister tätig.

Druck auf Großhandel

Im klassischen Pharmahandel erfüllt Richter Pharma die Funktion als vollversorgender Großhändler in einem Umfeld immer schwieriger werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Seit 2016 leiste der pharmazeutische Großhandel einen höheren Solidarbeitrag zur Finanzierung der Krankenkassen in Form des neu verhandelten Rahmen-Pharmavertrags. Außerdem beschäftigt den Pharmahandel auch die degressive Spannenentwicklung. Das bedeutet, dass die Aufschläge in Abhängigkeit der Höhe des Preises eines Arzneimittels bis zur einem Fixbetrag von 23,74 € sinken. Das sind bei sehr teuren Arzneimitteln nur noch 0,15 %, womit die Distributionskosten nicht mehr abgegolten werden können.

In Summe steht das Unternehmen jedoch stabil auf vier Standbeinen. „Die Vorteile der vier unterschiedlichen Geschäftsfelder werden gemeinsam strategisch genutzt“, erklärt Huemer. Die Eigenkapitalquote des Konzerns betrug 37,5 Prozent, teilte Fritsch mit. 2013 zog er sich aus dem Vorstand zurück und wechselte auf den Posten des Aufsichtsratschefs. Neben Huemer ist noch Friedrich Pöcherstorfer, verantwortlich für die Finanzen, im Vorstand.

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