HEALTH ECONOMY
Studie: Forschung senkt Ausgaben © panthermedia.net/alexraths

Forschungsausgaben können auch helfen, Gesundheitssysteme zu entlasten.

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Forschungsausgaben können auch helfen, Gesundheitssysteme zu entlasten.

18.09.2015

Studie: Forschung senkt Ausgaben

Der Anstieg von Gesundheitsausgaben könnte durch ­verstärkte Ausgaben für Forschung und Entwicklung gesenkt werden, sagt eine neue Studie von Deloitte und Janssen.

••• Von Ina Schriebl

BRÜSSEL/WIEN. Trotz des Anstiegs der Gesundheitsausgaben in Europa in den vergangenen Jahren stagniert die Mittelvergabe für gesundheitsbezogene Forschung und Entwicklung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Deloitte, die im Auftrag des Pharma­unternehmens Janssen durchgeführt worden ist. Zwar könnten die Gesundheitsausgaben in der EU bis 2030 von derzeit rund 13% auf künftig 18% steigen, die Ausgaben für F&E stellen aber kaum mehr als die Hälfte der entsprechenden Ausgaben in den USA dar. Als Gründe sieht die Studie, dass zwei Drittel der Investitionen in F&E aus dem privaten Sektor und nur ein Drittel aus öffentlichen Mitteln stammen.

„Dieser Bericht sollte den Staatsregierungen und der Industrie gleichermaßen als Weckruf dienen”, sagte Beatrice Tardieu, Senior Director im Janssen Health Policy Center. „Die Folgen der Untätigkeit sind offensichtlich und erfordern einen entschlossenen und partnerschaftlichen Ansatz in Richtung einer Verbesserung und Priorisierung der F&E-Finanzierungsstrategien.” Der Bericht zeigt, dass höhere Investitionen in F&E zu einer besseren Patientenversorgung und Wirtschaftswachstum beitragen.

Forschung senkt Kosten

Investitionen können aber laut der Studie helfen, Gesundheitsausgaben zu senken, indem sie die angespannte Infrastruktur, etwa in Krankenhäusern, entlasten. In den vergangenen Jahren wurden angesichts dieser Herausforderungen einige Fortschritte erzielt. Dazu zählen der Erlass einer EU-Verordnung über klinische Prüfungen sowie der Anstieg der Zahl von Fusionen, Lizenzverträgen und Biotech-Übernahmen durch große biopharmazeutische Unternehmen. „Die Staatsregierungen müssen im Einklang mit dem europäischen Zulassungswesen durch entsprechende Erstattungssysteme die Einführung neuer Technologien belohnen, um diesen einen schnelleren und breiteren Marktzugang zu ermöglichen”, ergänzt Omer Saka, leitender Autor des Berichts und Partner bei Deloitte Financial Advisory.

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