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Ein Fest für alle Sinne © Stelton

Mit Sir Norman Foster für Stelton (o.) und Sieger Design für Sieger by Fürstenberg (r.) treffen sich am Tisch Giganten des Designs.

© Stelton

Mit Sir Norman Foster für Stelton (o.) und Sieger Design für Sieger by Fürstenberg (r.) treffen sich am Tisch Giganten des Designs.

Dora Bauer 29.06.2018

Ein Fest für alle Sinne

Küche, Kochen und Tableware liegen voll im Trend. Es darf geprasst, geglänzt und vergoldet werden.

Paris/Frankfurt. Rund ums Kochen und Genießen geht es rund. Das konnte man auf den großen Konsumgütermessen, der Maison & Objet in Paris und der Ambiente in Frankfurt, sehen. Zurückhaltung war gestern. Heute kommen geschliffene Gläser, Architekten-Entwürfe, opulente Dekore und feinstes Bone China auf den Tisch – ganz nach dem Motto: less is bore.

Allzu oft wird etwas zum Trend hochgejubelt, was kaum eine Saison „überlebt”. Nicht so beim Thema Komplettservice. Es ist in der Form, wie man es Jahrzehnte in den Schränken hortete, tatsächlich abgelöst worden. Und zwar durch ein lässiges Mix & Match. Was nichts anderes bedeutet als: Es darf kombiniert werden, was eigentlich nicht zusammengehört. Das Zauberwort ist Vielfalt. Verschiedene Formen, Farben, Materialien und Stile werden kombiniert. Kostspieliges gesellt sich zu Preiswertem, Handmade zu Massenproduktion, Zeitgenössisches zu Üppigem aus dem vergangenen Jahrhundert. Das hat Charme – und zwar nicht erst seit gestern!

Gold ist ein großes Thema

Hygge, der große Wohn- und Lifestyletrend, erobert von Dänemark aus – ursprünglich kommt der Begriff aus dem Norwegischen – langsam, aber stetig die Welt: ein Stil, eine Einstellung, die zur Schaffung eines heimeligen Umfelds auffordert. Quasi der Inbegriff des Wohlbefindens, der die Sehnsucht nach Einfachheit in einer Welt, in der man es sich leisten können muss, wenig zu haben, befriedigt. Das Gute an Hygge beziehungsweise dem Hygge-Look ist, dass er sich in alle Kontexte integrieren lässt. Kurz: Er funktioniert auch prächtig außerhalb von Skandinavien.
Doch keine Bewegung ohne Gegenbewegung – und die zeichnete sich auf den Messen in Paris und Frankfurt bereits ab. Es darf wieder etwas mehr sein: exzentrische Oberflächen mit starken haptischen Qualitäten und ausgeprägten Mustern. Gold ist ein großes Thema. Nicht nur ist der gute alte Goldrand zurück, er wird auch fleißig ins Hier und Jetzt übersetzt. Ein Highlight sind die neuen Gin- und Cocktailbecher Prometheus von Sieger für die Porzellanmanufaktur Fürstenberg – von Hand gefertigt, sind die neuen Porzellanobjekte echte Unikate. Die Becher sind innen, neben glänzendem Weiß, auch mit einer hochglänzenden, 24-karätigen Vergoldung verfügbar. Um einiges subtiler setzt man beim Porzellanlabel Hering Berlin auf Gold. Die Gestalterin Marta Salas-Porras schickt für die Teller und Becher ihrer Form Velvet goldene Planeten in eine imaginäre Umlaufbahn …

Architektur auf dem Tisch

Architekten scheinen eine besondere Vorliebe für Produkte des gedeckten Tischs zu haben: Zaha Hadid, David Chipperfield und nun auch Norman Foster. Der britische Architekt zeigte auf der Ambiente seine Ideen von Tischkultur. Für das schwedische Label Stelton hat er multifunktionale Karaffen, Schälchen und Becher aus Edelstahl, Porzellan und Glas entworfen; auffälligstes Designmerkmal ist ein markanter Schwung in skulpturaler Form.
Viele Hersteller frönen zwar weiterhin dem beliebten Scandi-Style – allen voran die massenkompatiblen, deren Produktpaletten sich immer ähnlicher zu werden scheinen. Doch seit Beginn des Jahres ist klar: Es darf wieder geprasst, geglänzt und vergoldet werden.

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