LUXURY BRANDS & RETAIL
Luxus schlägt hohe Wellen © Federico Bajetti

Für die 747 Mirage Air haben sich die Designer der österreichischen Frauscher-Werft von offenen Sportwagen inspirieren lassen. Auch sonst sind Anleihen aus der Automobilwelt typisch für diese Marke.

© Federico Bajetti

Für die 747 Mirage Air haben sich die Designer der österreichischen Frauscher-Werft von offenen Sportwagen inspirieren lassen. Auch sonst sind Anleihen aus der Automobilwelt typisch für diese Marke.

britta biron 27.05.2016

Luxus schlägt hohe Wellen

Ob schwimmender Palast oder schnittiges Sportboot, gefragt sind außergewöhnliches Design und Maßanfertigungen.

Wien/Mattsee. Ein Diamantring von Tiffany’s, ein Haute Couture-­Kostüm von Chanel oder eine Uhr von Rolex – das sind Luxusartikel, die mit dem richtigen Sparprogramm für viele Menschen zumindest theoretisch erschwinglich sind. Ein Yacht entzieht sich der Demokratisierung des Luxusmarkts aber weiterhin; hier bleiben die Wohlhabenden und Superreichen unter sich.

Laut der von Boat International gemeinsam mit Fraser Yachts erstellten Statistiken wurden heuer insgesamt bereits 132 Luxusyachten verkauft, die teuerste um 60 Mio. €.

Attraktiver US-Markt

Wie tief einzelne Käufer in die Tasche greifen, ist allerdings kein Indiz für den Gesamtmarkt. Im Jahr 2011, als weltweit „nur” 266 Luxusyachten verkauft wurden, lag der Preis der teuersten Yacht bei 300 Mio. €.
„Der Markt ist weitgehend stabil, wobei sich in den letzten Jahren wieder einige Wachstums­tendenzen zeigen. Vor allem die USA, auf die rund die Hälfte des weltweiten Markts für Luxusyachten entfallen, entwickeln sich seit der Krise 2008 überdurchschnittlich gut”, sagt Alex Langhein, CEO des österreichisch-italienischen Yachtbauers Dominator, der seit dem Vorjahr seine US-Aktivitäten deutlich verstärkt hat und von diesem Trend bereits profitiert.
Laut Angela Pernsteiner, Mit­inhaberin von Dominator, habe sich der Yachtmarkt in den letzten Jahren aber dahingehend gewandelt, dass die Ansprüche der Kunden gestiegen sind.

Ansprüche steigen

„Gefragt sind mehr Platz, Komfort und Luxus in den Wohnbereichen, ausgeklügeltes Beleuchtungsdesign, aber auch bessere Fahreigentschaften, ein höheres Sicherheitslevel, modernste nautische Technik, aber auch ein niedriger Treibstoffverbrauch, wenig Schadstoffemissionen und ein geringer Wartungsaufwand.” Zwar zählt Dominator zu den kleineren Yachtbauern, sieht sich hinsichtlich dieser aktuellen Trends aber klar unter den Vorreitern.
„Wir können sehr rasch und flexibel agieren. Unser neues Modell Illumen, das wir erstmals beim Cannes Yachting Festival 2014 vorgestellt haben, hat für großes Aufsehen gesorgt. Sie verfügt über zahlreiche Besonderheiten in ihrer Klasse, darunter die größte ­Außensteuerstelle, die größte Eigner-Suite mit eigener Bug-Terrasse, die größte Badeplattform und so weiter”, so Langhein.
Dass so manche Idee, die man bei der Illumen umgesetzt hat, von deutlich größeren Mitbewerbern bereits aufgegriffen wurde, sieht er nach dem Motto „Kopiert werden nur die Besten” als Bestätigung dafür, dass Dominator zu den Trendsettern der Branche zählt.
Und das kommt bei der anspruchsvollen Klientel gut an.
„Wer eine Yacht kaufen will, kann aus einem großen Angebot neuer und gebrauchter Modelle wählen”, erläutert Langhein. „Mit der Illumen stechen wir aus der Masse hervor. Immer mehr Kunden suchen das Außergewöhnliche, das Neue, anstatt wieder zum Altbewährtem zu greifen. Der typische Dominator-Kunde hat schon etliche Yachten besessen und möchte jetzt eine für ihn maßgefertigte in der bestmöglichen Qualität.”
Insgesamt sind die Yacht- und Bootsbauer – das haben auch heuer die beiden großen Fachmessen in Düsseldorf und Tulln ziemlich deutlich gezeigt – für heuer recht optimistisch. „Die stabile maritime Konjunktur mit Zuwachsraten im einstelligen Bereich zieht sich durch fast alle Marktbereiche”, fasst Jürgen Tracht, Geschäftsführer beim Deutschen Bundesverband Wassersportwirtschaft, zusammen.
„Nachdem die Wirtschafts­krise ab 2008 zu einer notwendigen Marktbereinigung geführt hat, laufen die Geschäfte bei vielen Werften wieder gut”, analysiert Florian Helmberger, Verkaufsleiter bei der österreichischen Frauscher-Werft, die aktuelle Lage.

Wettbewerbsfaktor Design

Profitieren kann das auf sportlich-elegante offene Boote für ­Tagesausflüge oder Wochenendtrips spezialisierte Unternehmen vor allem davon, dass immer mehr Kunden nach außergewöhnlichen, einzigartigen und qualitativ hochwertigen Booten suchen.
„Dank neuer Modelle wie der Frauscher 747 Mirage Air und der 1414 Demon erleben wir im Moment eine sehr positive Auftragslage und erwarten für das aktuelle Geschäftsjahr einen Rekordumsatz”, sagt Helmberger.
Wichtigste Absatzmärkte für Frauscher sind das Mittelmeer sowie die innereuropäischen Seen in Oberitalien, der Schweiz, Öster­reich und Deutschland.
„Vereinzelt gibt es auch immer wieder Geschäfte in Saudi-Arabien, Australien und Asien. In Zukunft wird für uns auch der amerikanische Markt eine stärkere Rolle spielen. Mit einer neuen Vertriebs­partnerschaft in Miami wurde hier soeben ein erster Grundstein gelegt”, so Helmberger weiter.
Wesentlicher Erfolgsfaktor neben den Fahreigenschaften und der Verarbeitung ist das preisgekrönte Design der Frauscher-Boote.
„Spätestens seit der Partnerschaft mit Studio Kiska, einem bekannten Design-Team, das unter anderem für KTM und Audi arbeitet, wird Frauscher im Markt als absolut führend im Design wahrgenommen. Wir setzen als erste Bootswerft ganz bewusst auf automotive Designelemente, wie etwa besondere Oberflächen”, erläutert Helmberger.
Und damit seien sogar Yacht­eigner zu beeindrucken.

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