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Alfred Fried Photography Award geht an schwedischen Fotografen Cletus Nelson Nwadike © Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Der Alfred Fried Photography Award 2017 wurde vergeben.

© Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Der Alfred Fried Photography Award 2017 wurde vergeben.

Redaktion 18.09.2017

Alfred Fried Photography Award geht an schwedischen Fotografen Cletus Nelson Nwadike

"Peace is the best thing" als bestes Foto zum Thema „Frieden“ des Jahres 2017 im Parlament ausgezeichnet.

WIEN. "Wie sieht Frieden aus?" lautet die Frage, welche die Teilnehmer am Alfred Fried Photography Award zu beantworten haben. Nationalratspräsidentin Doris Bures und die Organisator des Preises luden gestern Abend zur fünften Preisverleihung des Fotowettbewerbs ins Palais Epstein ein. Von den mehr als 4.000 Teilnehmer aus 122 Ländern wurden fünf Fotografen für die von ihnen eingereichten Arbeiten mit einer Albert-Fried-Medaille ausgezeichnet. Dem Einreicher des Siegerbildes wurde von der international besetzten Jury außerdem 10.000 € Preisgeld zugesprochen.

Siegerbild des Jahres ist ein Foto des aus Nigeria stammenden Künstlers Cletus Nelson Nwadike. Sein Selbstporträt "Peace is the best thing" gehört zu einer Fotoserie, mit der Nwadike den schwedischen Winter feiert. Das Siegerbild ist ein Selbstporträt des Künstlers, der in einer verschneiten Landschaft sein Gesicht einem mit Raureif bedeckten Zweig zuwendet. Eine zusätzliche Bedeutungsebene der Momentaufnahme erschließt sich, wenn man den biographischen Hintergrund des Künstlers kennt. Nwadike wurde 1966 geboren, zu einer Zeit, in der Nigeria in einem viele Jahre dauernden blutigen Konflikt versunken war. Mit elf Jahren begann er zu fotografieren. Später konnte er Fotografie in Schweden studieren, wo er heute lebt und als erfolgreicher Fotograf tätig ist. Schweden ist für ihn daher zum Inbegriff von Frieden und Sicherheit geworden.

Bilder für den Frieden finden
Parlamentsdirektor Harald Dossi begrüßte in Vertretung von Nationalratspräsidentin Doris Bures die Jurymitglieder und die Preisträger des Preises sowie die zahlreich erschienen Gäste. Er freue sich, dass bereits zum vierten Mal das Parlament den feierlichen Rahmen der Preisverleihung bilde. Auch das heurige Bild werde, wie die Siegerbilder der Vorjahre, an einem prominenten Ort des Parlaments gezeigt werden.
Lois Lammerhuber dankte im Namen aller Organisatoren des Preises dafür, dass das österreichische Parlament bereit ist, mit dem Friedensbild des Jahres eine Botschaft an die ganze Welt zu senden. Jury-Vorsitzender Gerhard Hinterleitner erinnerte an die Aussage des Namensgebers des Preises, Alfred Fried, wonach Friedensarbeit nicht in der Feier von etwas bereits Errungenen bestehe, sondern immer das Streben nach einem Zustand sei, der erst erreicht werden muss.

In ihrer Festrede führte Liv Tørres, Executive Director des Nobel Peace Center in Oslo, diesen Gedanken weiter. Einer der ersten Schritte zum Frieden sei es, über den Frieden zu sprechen. Kommunikation habe eine zentrale Bedeutung, wenn es um friedensbildende Maßnahmen gehe; hierin liege auch der wichtige Beitrag des Alfred-Fried-Preises. Bilder können über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg viele Menschen erreichen. Es sei wichtig, auch den Frieden darzustellen, denn um ihn zu erreichen, brauche man auch eine Vorstellung davon, wie er aussehen kann.

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen der Preisverleihung auch der Journalisten und Photographen gedacht, die im vergangenen Jahr aufgrund ihrer gefährlichen Arbeit in Konfliktgebieten und ihrer investigative Tätigkeit ums Leben kamen oder ermordet wurden. Barbara Trionfi, Executive Director des International Press Institute, mahnte zudem, nicht zu vergessen, dass auch in Staaten, die der OSZE angehören, derzeit 189 Journalisten inhaftiert sind, 171 allein in der Türkei.

Erstmals auch Wettbewerb für Kinder unter 14 Jahren
Insgesamt gingen nicht weniger als 4.476 Einreichungen mit 17.147 Bilder für den Alfred Fried Photography Award 2017 ein, was eine weitere Steigerung der Teilnahme an dem Preisausschreiben im fünften Jahre seines Bestehens bedeutet. Fünf Teilnehmer wurden heuer mit der Alfred Fried Medaille geehrt, nämlich Jonathan Bachman (USA), Yoann Cimier (Tunesien/Frankreich), Carla Kogelman (Niederlande), Cletus Nelson Nwadike (Schweden) der auch eine Auszeichnung für das Friedensbild des Jahres 2017 erhielt, sowie Zongren Xing (China). Jonathan Bachman erhielt zudem den Spezialpreis der Jury für sein Bild "Taking a stand in Baton Rouge".
Erstmals wurde heuer im Rahmen des Deutschen Jugendfotopreises das "Childen Peace Image of the Year" gekürt. Dem Aufruf zu dieser Aktion, die unter der Schirmherrschaft der Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie steht, folgten Kinder aus 137 Ländern, die insgesamt 1.960 Bilder einreichten. Dirie überreichte die Auszeichnung Lina Momsen (Deutschland), die mit einer Gruppe von Freunden, die sich das Kürzel "LIRALE" gegeben hat, die Idee zu einer Bilderserie "Freunde sind für einen da" entwickelt und umgesetzt hat.

Der Alfred Fried Photography Award für das Friedensbild des Jahres wird seit 2013 jährlich vergeben. Der Namensgeber Alfred Fried war österreichischer Pazifist und Schriftsteller. Der Gründer der Zeitschrift "Die Waffen nieder!" und der ersten Friedensbewegung wurde im Jahr 1911 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ins Leben gerufen wurde der Alfred Fried Photography Award von der Photographischen Gesellschaft und der Edition Lammerhuber und gemeinsam mit dem Österreichischen Parlament, der Vereinigung der Parlamentsredakteure, der UNESCO und dem International Press Institute ausgeschrieben. Erstmals unterstützte heuer auch die Stiftung World Press Photo den Preis. (red)

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