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Arbeitgebermarken-Studie zeigt: Mittlere Betriebe sind am meisten gefordert © The Skills Group

Karin Wiesinger, Partnerin The Skills Group und Christina Matzka, Triple M Gründerin

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Karin Wiesinger, Partnerin The Skills Group und Christina Matzka, Triple M Gründerin

Redaktion 30.07.2020

Arbeitgebermarken-Studie zeigt: Mittlere Betriebe sind am meisten gefordert

Arbeitgeber-Studie von Triple M und Skills: Mittlere Betriebe am meisten gefordert

WIEN. Ob Großkonzern oder Kleinunternehmen: Frauen haben durchwegs höhere Erwartungen an ihre Arbeitgeber als Männer, beurteilen diese allerdings weniger kritisch und sind insgesamt mit ihrem Arbeitsplatz zufriedener. Mittelgroße Unternehmen können die Erwartungen ihrer MitarbeiterInnen am wenigsten erfüllen, da sie den Beschäftigten weder die „Wohlfühlatmosphäre“ von Kleinbetrieben noch die vielfältigen Karrieremöglichkeiten von großen Unternehmen bieten können. Dies sind zwei der Ergebnisse der aktuellen Studie zu den Erwartungen von MitarbeiterInnen und wie diese von Arbeitgebern erfüllt werden, die von der Kommunikationsagentur The Skills Group und Triple M Matzka Marktforschung im Mai 2020 durchgeführt wurde. Studienautorin Christina Matzka: „Unsere Untersuchung zeigt, dass Frauen zum Beispiel deutlich höhere Erwartungen an ihre Arbeitgeber haben, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Unternehmensziele klar nach innen zu kommunizieren. Diese Erwartungen werden aber auch in höherem Ausmaß enttäuscht als dies bei Männern der Fall ist.“ Für Unternehmen mit einem hohen Anteil weiblichen Beschäftigten (z.B. im Handel) ergibt sich daraus ein deutlicher Handlungsbedarf in der internen Kommunikation und wertvolle Chancen, die Beschäftigten an das Unternehmen zu binden.

Mit dem neuen Bewertungstool ERM (Employer Reputation Monitor) unterstützt Skills Unternehmen beim Aufdecken von blinden Flecken in der Arbeitgeber-Reputation. Zielgerichtete Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung oder der Erfolg der internen Kommunikation werden dadurch erst ermöglicht. Das Erkennen von "Selbstbild-Fremdbild-Lücken" in der Arbeitgeber-Reputation ist für das Management gerade in Zeiten knapper Personal- und Kommunikationsbudgets besonders wichtig: Denn nur wer seine Stärken und Schwächen als Arbeitgeber genau kennt, wird sowohl in der internen Kommunikation als auch im Recruiting auf das richtige Pferd – sprich die richtigen Reputationstreiber – setzen.

Was Mitarbeiter wünschen – und wo es hakt
Mit dem Employer Reputation Monitor (ERM) hat Skills gemeinsam mit Triple M einen neuen, datenbasierten Gradmesser für die Zufriedenheit von MitarbeiterInnen entwickelt. Er bietet deutlich mehr Information als gängige Mitarbeiterzufriedenheits-Befragungen, da er Wünsche und Perspektiven von Beschäftigten dem tatsächlichen Erfüllungsgrad gegenüberstellt. Abgefragt werden dabei wesentliche Reputationstreiber wie Arbeitsplatzsicherheit, Mitarbeiter-Benefits, die Einschätzung von Kommunikation & Leadership oder die Identifikation mit Leitbild und Zielen des Unternehmens.

„Viele Unternehmen setzen sich mittlerweile bewusst mit ihrer Arbeitgeber-Reputation auseinander und haben die grundsätzliche Bedeutung sowie die Potenziale von Employer Branding erkannt. In vielen Fällen navigieren Personal- und Kommunikationsmanager aber blind, weil sie die jeweiligen Reputations-Faktoren mit dem größten Hebel nicht genau kennen“, erläutert Skills-Partnerin Karin Wiesinger. Somit bestünde die Gefahr, beim Aufsetzen interner Kampagnen und Maßnahmen mehr oder weniger dem „Bauchgefühl“ zu vertrauen und wertvolle Ressourcen im Personal- und Kommunikationsbereich zu vergeuden.

Interne „Brennpunkt-Bereiche“ identifizieren

Die Ergebnisse des Employer Reputation Monitors zu den Erwartungen an Arbeitgeber bieten Unternehmen wertvolle Insights: Sie zeigen klar auf, in welchen Bereichen – und in welchem Ausmaß – die Erwartungen der Beschäftigten bereits erfüllt werden und wo es Aufholbedarf gibt.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden von Skills und Triple M in maßgeschneiderte Handlungsanweisungen übersetzt. Für Personal- und Kommunikationsleiter zahlt sich der Blick auf die „roten“ Bereiche mit den größten Lücken jedenfalls aus: Investitionen und Akzente in Form von internen Maßnahmen lohnen sich dort am meisten. Und der Zusammenhang zwischen zufriedenen, loyalen MitarbeiterInnen und einem nachhaltigen Unternehmenserfolg ist heute unbestritten.

Die Ergebnisse der aktuellen Benchmark-Studie von Skills und Triple M dienen als wertvoller Vergleich für die Analyse spezifischer, zu erhebender Daten im eigenen Unternehmen oder der eigenen Organisation. Der ERM basiert auf der Reputation Gap Analyse, einer ursprünglich von FleishmanHillard entwickelten Methode, die 2014 von Skills und meinungsraum.at für den österreichischen Markt adaptiert und seither von zahlreichen Kunden zur Steuerung ihrer Unternehmensreputation genutzt wurde.

Info zur ERM-Benchmark-Studie
Im Rahmen einer Online-Studie wurden rund 1.000 unselbständig erwerbstätige ÖsterreicherInnen im Alter von 15-64 Jahren zu ihren Erwartungen an einen Wunsch-Arbeitgeber und ihrer Zufriedenheit an ihrem derzeitigen Arbeitsplatz befragt. Der Fokus lag dabei auf den zentralen Reputations-Treibern Employee Benefit, Leadership und Responsibility & Identification, wobei hier sowohl Hard als auch Soft Skills der Arbeitgeber-Unternehmen berücksichtigt wurden. Untersuchungsgegenstand der Studie zur Arbeitgeber-Reputation waren Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen in der IKT- und Finanzbranche, der Industrie, in der Bau- und Transportbranche, im Handel, im öffentlichen Dienst sowie im Gesundheits- und Sozialsektor. (red)

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