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Ausnahmesituation: Netflix & Co dürfen von Mobilfunkern gedrosselt werden © Panthermedia,net / Andriy Popov
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Redaktion 23.06.2020

Ausnahmesituation: Netflix & Co dürfen von Mobilfunkern gedrosselt werden

In einem Schreiben an Telekomanbieter, das dem "Standard" vorliegt, erlaubt die RTR den Betreibern in diesen besonderen Umständen, von der Netzneutralität abzusehen.

WIEN. Was passiert, wenn – wie es momentan der Fall ist – in Österreich Ausgangsbeschränkungen vorliegen? Ein ganzes Land surft vermehrt im Internet. Das Resultat: Die Datennutzung steigt und das Netz wird langsamer. Da viele Unternehmen auf Homeoffice umgestellt haben, dürfte dies auch die (Zusammen)Arbeit mit Kollegen beeinträchtigen und zu erledigende Aufgaben erschweren.

Wie der Standard online berichtet, hat sich die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) mit einem Schreiben an Telekomanbieter gewandt und den Betreibern im Fall einer drohenden Netzüberlastung erlaubt, vorübergehend Maßnahmen zu setzen um dem entgegenzuwirken. Das bedeutet: Bestimmte Datenpakete, wie etwa Streaming-Angebote (Netflix, Amazon Prime, etc.) können in der Priorität nachgereiht und nur mehr gedrosselt übertragen werden, während andere Anwendungen Vorrang bekommen. Ob es sich um einen solchen Notfall handelt entscheiden die Telekomanbieter selbst, sie müssen sich jedoch an Vorgaben halten. Im Normalfall dürfen Telekomanbieter bestimmte Dienste nicht bevorzugen und alle Datenpakete im Netz gleich behandelt werden. Das regelt die Netzneutralität, die erstmals 2016 eingeführt wurde und aktuell auf EU Ebene evaluiert wird.

Die Mobilfunkanbieter haben aktuell auch mit einer steigenden Nachfrage zu kämpfen. A1 oder „3“ haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass es genügend Internetkapazitäten gebe und diese auch ausgebaut würden. Gleichzeitig passen Netflix, die ORF-TVthek und andere Anbieter die Qualität der Videostreams an die Bandbreite an. (red)

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