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Auswirkungen der Corona-Krise trifft die Kommunikationsbranche unterschiedlich stark © APA/Rastegar

Julia Wippersberg, Präsidentin des PRVA

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Julia Wippersberg, Präsidentin des PRVA

Redaktion 13.07.2020

Auswirkungen der Corona-Krise trifft die Kommunikationsbranche unterschiedlich stark

PRVA-Mitgliederbefragung: Mut zur Veränderung aus dem Home Office.

WIEN. Eine Umfrage des Public Relations Verbandes Austria (PRVA) unter seinen Mitgliedern zeigt ein sehr heterogenes Bild: 34 Prozent der Befragten sehen die Kommunikationsbranche eher gestärkt, 37 Prozent geschwächt und 29 Prozent kaum durch die Krise betroffen.

Die PRVA Mitglieder-Befragung, an der 104 Personen aus PR-Agenturen, Unternehmen und Organisationen sowie EPUs teilgenommen hatten, macht deutlich, dass PR- und Kommunikationsfachleute in erheblichem Maße von Covid-19 betroffen sind:

• PR-Verantwortliche oder Agenturen mit einem Kundenschwerpunkt in Branchen wie Handel, Industrie, Verkehr, Bau, Tourismus, Fremdenverkehr und Gastronomie werden die wirtschaftlichen Folgen durch den kompletten Lockdown nur mehr schwer aufholen können.
• Die Absage von Veranstaltungen, Messen und Konferenzen sowie eingefrorene oder gekürzte PR- und Kommunikations-Budgets durch wegbrechende Aufträge treffen viele Unternehmen, PR-Agenturen und besonders die Ein-Personen-Agenturen.
• Und schließlich müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie in anderen Branchen auch, vor einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus geschützt werden. 50 Prozent waren oder sind vollständig im Home Office, bei weiteren 40 Prozent ist es ein Großteil; allerdings war bei mehr als 86 Prozent diese Arbeitsform auch schon davor üblich.
Corona-Krise trifft auch den Kommunikationsbereich

Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer befürchten Umsatzeinbußen, während ein Drittel hofft, das Niveau halten zu können. Die meisten erwarten Umsatzrückgänge bis zu 25 Prozent. Aufgrund der unsicheren Lage rechnen viele noch mit Spätfolgen im heurigen oder nächsten Jahr. Die Mehrheit plant interne Sparmaßnahmen und Kürzungen oder hat diese bereits umgesetzt, während einige wenige von Betriebsschließungen betroffen sind. Nur sehr wenige sehen Chancen auf ein gesteigertes Wachstum.

„Unsere Mitglieder machen derzeit sehr ambivalente Erfahrungen“, erklärt Julia Wippersberg, Präsidentin des PRVA. „Die ökonomische Situation der PRVA-Mitglieder in Unternehmen ist je nach Branche sehr unterschiedlich, v.a. in den Agenturen erwarten beinahe alle der Befragten Stornierungen oder Reduktionen bestehender Aufträge und sehen eine Rückläufigkeit bei Anfragen. Sehr erfreulich ist aber, dass in der Kommunikationsbranche – nach derzeitigem Stand – keine große Kündigungswelle geplant ist. Die Covid-19-Kurzarbeit wurde von rund 45 Prozent der Befragten bereits in Anspruch genommen, insgesamt hat die Erhaltung der Arbeitsplätze für zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden oberste Priorität“, so Wippersberg weiter.

Stellenwert der internen Kommunikation gestärkt
Der Fokus in der PR-Arbeit liegt nachvollziehbarer Weise auf digitaler Kommunikation jeder Art. Gut die Hälfte der PR-ExpertInnnen ist derzeit am meisten mit interner Kommunikation beschäftigt – sowohl im eigenen Unternehmen als auch für Kunden – weitere Schwerpunkte sind Krisenkommunikation, Strategieberatung und Social Media Kommunikation. Zwei Drittel bekommen für die Interne Kommunikation im eigenen Unternehmen auch sehr gutes Feedback und der Hälfte ist es gelungen, damit den Teamgeist entscheidend zu stärken. Der Schwerpunkt der internen Kommunikationsmaßnahmen liegt bei regelmäßigen virtuellen Teammeetings, der Planung der Rückkehr zum Normalbetrieb und der laufenden Information der Mitarbeitenden via Video, Telefon, E-Mail, Newsletter oder Intranet.

Krisenresistente PR-Experten und Kommunikatoren
Gerade in Krisenzeiten und auch für die Bewältigung danach sind Kommunikationsfachleute sehr gefragt. „78 Prozent der Unternehmen der befragten PRVA-Mitglieder fühlen sich ausgezeichnet bzw. gut für Ausnahmesituation wie die aktuelle Covid-19-Krise gerüstet. Denn die Erarbeitung von Krisenkommunikationsstrategien, die Erstellung von Krisenplänen bzw. Krisen-Handbüchern und die Arbeit in Krisenstäben gehört für viele unserer Mitglieder zum Arbeitsalltag“, erklärt Wippersberg.

„Auch wenn diese Befragung nur eine Momentaufnahme ist und das volle Ausmaß der Wirtschaftskrise noch nicht ganz absehbar ist, macht uns diese Umfrage Mut. Es gehört zu den Stärken der Kommunikationsbranche und der PRVA-Mitglieder, umzudenken und alternative Wege zu gehen, wenn Altbewährtes plötzlich nicht mehr funktioniert. Wir sind daran gewöhnt, uns rasch an neuartige Situationen zu gewöhnen. Jede zweite Befragte beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Produkte und Services bzw. Geschäftsfelder und mehr als 90 Prozent sind sich sicher, dass ethische Grundsätze in unserer Branche wichtiger bzw. gleich wichtig bleiben“, so das Fazit von Wippersberg. (OTS)

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