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Corona-Kommunikatorin © APA/Helmut Fohringer

Sonderpreis für die Corona-Kommunikation: Elisabeth Puchhammer-Stöckl.

© APA/Helmut Fohringer

Sonderpreis für die Corona-Kommunikation: Elisabeth Puchhammer-Stöckl.

Redaktion 07.05.2021

Corona-Kommunikatorin

Der PRVA verlieh heuer einen Sonderpreis für klare und verständliche ­Kommunikation zu Corona; die Siegerin: Elisabeth Puchhammer-Stöckl.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Seit 1995 zeichnet der Public Relations Verband Austria (PRVA) jährlich die/den Kommunikator/in des Jahres aus – eine Persönlichkeit, die komplexe, gesellschaftsrelevante Themen kommuniziert, ohne PR-Profi zu sein. Hier wurde die Journalistin Melisa Erkurt zur Kommu­nikatorin des Jahres 2020 gewählt.

Sonderpreis vergeben

Heuer vergab der PRVA aber auch erstmals einen Sonderpreis für besonders klare und verständliche Kommunikation zu und über Covid-19. Den Sieg in dieser Sonderkategorie davongetragen hat Elisabeth Puchhammer-Stöckl, ihres Zeichens u.a. Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien.

Das Engagement der Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, bei öffentlichen und medialen Auftritten virologische und medizinische Fakten sachlich und zugleich verständlich zu vermitteln und somit vielen verunsicherten Menschen Orientierung zu geben – das wurde von der Jury als außergewöhnlich eingestuft.
Seit Beginn der Corona-Pandemie ist Elisabeth Puchhammer-Stöckl Mitglied der sogenannten „Corona Taskforce” des Gesundheitsministers und wurde 2021 vom Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur „Wissenschafterin des Jahres 2020” gewählt.
Aus Anlass der Preisverleihung bat medianet Puchhammer-Stöckl zum Siegerinterview.

medianet: Frau Puchhammer-Stöckl, Sie leiten seit dem Jahr 2018 das Zentrum für Virologie, wurden vor wenigen Wochen zur Wissenschafterin des Jahres ausgezeichnet und nun folgt mit dem Sonderpreis Corona-Kommunikation die Auszeichnung als Kommunikatorin des Jahres. Wie sehr freut Sie diese Auszeichnung, vor allem im Hinblick darauf, dass ja die öffentliche Vermittlung von Wissenschaftsinhalten oft eine gar nicht so unkomplizierte Sache ist.
Puchhammer-Stöckl: Diese Auszeichnung freut mich natürlich sehr. Vor allem am Anfang habe ich die Wissensvermittlung über Interviews als nicht so kompliziert erlebt – denn da waren die virologischen Aspekte im Vordergrund und die Vermittlung von Virologie ist ja generell Teil meines Berufs als Uniprofessorin.

medianet:
Im Unterschied zu anderen, ‚einfacheren' Themen: Ist die Kommunikation zu Corona eine besondere Herausfor-derung?
Puchhammer-Stöckl: Ja, da es hier nicht nur verifiziertes Wissen gibt, sondern unglaublich viel rasch generierte Information, die großteils noch nicht bestätigt ist.

medianet:
Hat sich die Kommunikation zu Corona im letzten Jahr gewandelt und wenn ja, in welchem Sinne?
Puchhammer-Stöckl: Aus meiner Sicht haben sich vor allem die Inhalte geändert, also von den rein virologischen Fragen, wie funktionieren Viren, wie geht Infektion, etc., hin zu den epidemiologischen Fragen, zur Entwicklung von Infektionszahlen und zur Effektivität von Maßnahmen.

medianet:
Wie sehen Sie die Rolle der Medien in diesem Zusammenhang – war die Kommunikation hier eher von genug Sachlichkeit getragen?
Puchhammer-Stöckl: Ich denke, viele Medien haben sich kontinuierlich um große Sachlichkeit bemüht, manche Journalisten sind ja mit der Zeit selbst zu ausgewiesenen Corona-Experten geworden.

medianet:
In der Öffentlichkeit wurde immer wieder ­darüber diskutiert, ob Politiker oder doch Experten mehr öffentlich zum Thema Corona oder auch den Maßnahmen sagen sollen. Wie ist hier Ihre Meinung?
Puchhammer-Stöckl: Es sind die Politiker, die letztendlich die Entscheidungen und Maßnahmen treffen und auch entscheiden, welche Expertenmeinungen aus verschiedenen Gebieten mehr oder auch weniger einfließen. Daher sehe ich es klar als Aufgabe der Politiker, das zu kommunizieren.

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