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Creativ Club Austria: Gold Plating kostet Arbeitsplätze © Heidi Plein

Creativ Club Austria.

© Heidi Plein

Creativ Club Austria.

Redaktion 17.11.2020

Creativ Club Austria: Gold Plating kostet Arbeitsplätze

Appell an das Bundeskanzleramt, den Wirtschaftsabschwung nicht weiter zu beschleunigen.

WIEN. Der Creativ Club Austria bekräftigt die Kritik des Markenartikelverbands im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie AVMD-RL, die vom österreichischen Gesundheitsministerium mit überbordendem Eifer umgesetzt werden soll. Die bisherige Selbstregulierung der Branche hat einwandfrei funktioniert. Bereits 2010 haben sich die österreichischen TV-Sender in Sachen Nahrungsmittelwerbung für Kinder engmaschige Selbstbeschränkungen auferlegt. Die Umsetzung des vorliegenden Entwurfs durch das Bundeskanzleramt ist in vielfacher Sicht sinnlos. Bereits für 2022 hat die EU-Kommission die Entwicklung eines europaweiten Nährwertprofils im Rahmen der „Farm-to-Fork“-Landwirtschaftsstrategie in Aussicht gestellt. Das für Werbebeschränkungen zuständige Bundeskanzleramt ist dringend aufgerufen, besonnen zu handeln und nicht weitere Arbeitsplätze in einer Branche zu gefährden, die Covid-19 bereits in schwere wirtschaftliche Bedrängnis gebracht hat. Die Nahrungsmittelindustrie und der Lebensmittelhandel zählen zu den größten Auftraggebern der Kreativwirtschaft und zu den wichtigsten Werbetreibenden in österreichischen Medien.

Gesetz für wirtschaftlichen Abschwung
„Gerade in herausfordernden Zeiten braucht Österreichs Wirtschaft Rückenstärkung – auch von politischer Seite“, betont Andreas Spielvogel (DDB Wien), Präsident des Creativ Club Austria. „Ein weitreichendes Werbeverbot für zahlreiche Lebensmittelmarken, wie es das Gesundheitsministerium durchsetzen will, ist gerade jetzt ein völlig unverständlicher Schritt. Es hindert Marken, den stotternden Wirtschaftsmotor durch kaufanregende Impulse wieder in Schwung zu bringen.“

Kreativagenturen rütteln wach
„Die Krise killt Menschen und Arbeitsplätze. Sollen jetzt auch noch Werbeverbote der Wirtschaft den Rest geben?“, titelt DMB. in einer aktuellen Kampagne und ruft Konsumenten wie Werbetreibende auf, sich beim Bundeskanzleramt gegen diesen massiven Einschnitt auszusprechen.

DDB Wien hat mit einem ähnlichen Sujet bereits in sozialen Medien Unverständnis bekundet: „Manche Ideen machen sprachlos. Andere arbeitslos! Wer Werbeverbote fordert, fördert den Verlust heimischer Arbeitsplätze.“

Creativ Club Austria ermutigt die Kreativwirtschaft, sich gegen das Gold Plating zu wehren
„Als wichtigste Vertretung der heimischen Kreativwirtschaft laden wir alle Agenturen und Kreativen des Landes ein, auf diesen politischen Irrwitz hinzuweisen und damit das Überleben der Branche zu sichern“, ruft Spielvogel zum gemeinsamen Protest auf.

Patrik Partl (Brokkoli Advertising Network), Vizepräsident des Creativ Club Austria ergänzt: „Als Branche können wir nur gemeinsam der Bedeutung und Kraft der Kreativwirtschaft Ausdruck verleihen. Wir sind das kreative Rückgrat unserer  Auftraggeber aus der Nahrungs- und Lebensmittelindustrie.“ (red)

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