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Der starke Dollar sorgt für Troubles © ÖWM / Anna Stöcher

In beinahe allen Bereichen der Wirtschaft hat ein starker Dollar dramatische Auswirkungen. Bild: Chris ­Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing.

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In beinahe allen Bereichen der Wirtschaft hat ein starker Dollar dramatische Auswirkungen. Bild: Chris ­Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing.

Redaktion 16.09.2022

Der starke Dollar sorgt für Troubles

Nicht nur die Energiepreise bringen Unternehmen in Bedrängnis, auch der schwache Euro ist ein Problem.

••• Von Alexander Haide

WIEN. Vorbei sind die Zeiten, als ein Euro noch sage und schreibe einen Dollar und 47 Cent wert war. Damals schrieb man das Jahr 2008, und George W. Bush war Präsident der USA. Die Pandemie und vor allem der Krieg in der Ukraine mit den daraus resultierenden explodierenden Energiepreisen schickten die europäische Währung auf Talfahrt. War der Euro 2021 im Durchschnitt noch 1,18 Dollar wert, muss man sich heute bereits über eine Parität freuen, oft rutscht der Euro sogar unter die Ein-Dollar-Marke.

Der hohe Dollar-Kurs ist eines der Gifte, die die Energiepreise durch die Decke gehen lassen, da Öl und de facto alle Rohstoffe an internationalen Börsen in Dollar gelistet und gehandelt werden. Durch die zu erwartenden weiteren Zinsanhebungen in den USA könnte sich die Stärke des Greenback noch vergrößern. Bereits in der Vorwoche monierte David Hopf, Geschäftsführer der Immotech Austria Gruppe, in medianet: „Für die Ausstattung unserer Drohnen sind wir häufig auf Hardware-Importe aus dem Nicht-EU-Raum angewiesen. Der Fall des Euros verteuert die benötigten Sensoren und Bauteile für unsere Spezial- und Forschungsprojekte spürbar. So wird es auch für uns schwieriger, kostendeckend zu arbeiten.”

AUA, Weinmarketing, Palfinger

Die Logistik- und Transportbranche leidet besonders unter dem hohen Dollar-Kurs. So auch die AUA: „Als internationaler Luftfahrtkonzern ist auch Aus­trian Airlines vom niedrigen Euro-Kurs betroffen. Ursache dafür ist die Abrechnung der Kerosinkosten in US-Dollar, die mehr als ein Drittel der Gesamtkosten einer Airline ausmachen”, heißt es seitens der Lufthansa-Tochter.

Auch Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing, gibt sich nicht entspannt. Denn österreichische Tropfen werden im Ausland durch einen schwachen Euro billiger, die hohen lokalen Kosten bleiben. Yorke: „Die einfache Logik eines schwachen Euros und eines starken Dollars ist, dass unsere Weine für US-Amerikaner günstiger werden. Es gibt allerdings einige Faktoren, die dieser möglichen positiven Entwicklung entgegenwirken. Unsere Winzer haben aktuell unter anderem mit deutlichen Kostensteigerungen zu kämpfen wie bei Energie und Material, die sie wohl zu einem Teil weitergeben werden müssen. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass viele von unseren Wein-Mitbewerbern in den USA den Euro-Kursvorteil ebenso genießen. Eine Prognose zur weiteren Entwicklung lässt sich somit aktuell nur sehr schwer geben.”
Positiver sieht das Friedrich Waldegger, Vice President Corporate Treasury der Palfinger AG: „Palfinger als international tätiges Technologie- und Maschinenbauunternehmen ist mit seiner globalen Wertschöpfungsstruktur gut gegen kurzfristige Wechselkursschwankungen und auch gegen die mittel- und langfristige Verschiebung von Währungsparitäten abgesichert. Dort, wo Palfinger Komponenten und Produkte aus dem Euroraum in die USA exportiert, wirkt der aktuell schwache Euro exportfördernd. Diese Kursschwankungsrisiken im Export- und Projektgeschäft werden aktiv durch den Einsatz von Finanzderivaten gemanagt, wodurch das Verlust-, aber auch Gewinnpotenzial begrenzt wird.” Der Konzernumsatz von Palfinger sei durch den hohen Anteil des US Geschäfts am Gesamtumsatz positiv vom starken USD beeinflusst.

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