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„Die Imaginären“: Fake als Wahlkampf-Prinzip © Junge Römer
© Junge Römer

Redaktion 19.09.2019

„Die Imaginären“: Fake als Wahlkampf-Prinzip

Die Wiener Virtual-Reality-Spezialisten Junge Römer thematisieren in einem Webprojekt, wie Künstliche Intelligenz unseren medialen Alltag bestimmen kann.

WIEN. Die Nationalratswahlen stehen bevor. Und wie in aller Welt hat auch die österreichische Demokratie ein Problem: In Zeiten von Social Media verschwimmen für die meisten Wähler die Grenzen zwischen Information und Manipulation. Ob Cambridge-Analytica-Affäre rund um Trumps Wahl oder Facebooks Neigung zur Bubble-Bildung gerade bei politischen Themen – immer mehr bestimmen Algorithmen unseren medialen Alltag. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung sind auch (Bewegt-)Bilder, die uns als real verkauft werden, längst nicht mehr vertrauenswürdig.
Diesen medialen Realitätsverlust thematisieren die Wiener Virtual-Reality-Spezialisten Junge Römer mit ihrem Webprojekt „Die Imaginären“.

Dabei schafft eine Künstliche Intelligenz fiktive neue Gesichter, die verblüffend an reale Politiker und Personen aus der Öffentlichkeit erinnern. Diese werden wiederum per Zufallsgenerator vor verschiedene Hintergrund-Sujets montiert. Dazu wird aus einem Pool von Slogans – wieder random – die Kernaussage dieses virtuellen Kandidaten hinzugefügt. Fertig ist das Wahlplakat.

„Damit sich jeder ein Zweitschnitzel leisten kann“, „Österreich ist krank. Und wir sind die Medizin“ oder „Für uns gilt die Unschuldsvermutung“ – die Slogans müssten sofort Zweifel aufkommen lassen. Dennoch ist erstaunlich, wie echt etwas wirkt, sobald ein – für unsere Augen – reales Gesicht hinter den Aussagen steht. Es wird klar, wie unterlegen unsere Sinne dem Machine Learning sind.

Andreas Fraunberger, VR-Produzent bei Junge Römer: „Während die Gesellschaft durchaus von der Mediendigitalisierung profitieren kann, sehen wir uns alle auch mit der Situation konfrontiert, dass der öffentliche Diskurs immer mehr von Algorithmen mitbestimmt wird. Die Auswahl und Herstellung von Inhalten, Bildern und Texten wird zunehmend dynamisch organisiert. Mit ,Die Imaginären’ wollen wir auf unterhaltsame und dennoch einprägsame Weise auf diesen Umstand hinweisen. Wir halten es mit unserer Erfahrung in Extended Realities und Künstlicher Intelligenz für wichtig, dass die Leute über mögliche Nebenwirkungen der Digitalisierung informiert werden, um eine gestärkte Teilnahme an der demokratischen Gesellschaft zu ermöglichen.“

Über Junge Römer
Junge Römer ist ein Wiener Kreativstudio, das sich auf die digitale Produktion innovativer Bildwelten spezialisiert hat – für Werbung genauso wie für Image-Videos bis hin zu Transmedia-Projekten, Browser-Games, Doku-und Social-Media-Formaten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Virtual Reality und Augmented Reality Apps sowie interaktiven 360° Videos, wofür die Wiener Spezialisten sowohl bei Technik als auch beim Storytelling neue Wege beschreiten.

Junge Römer wurde 2011 in Wien gegründet und ist mittlerweile das kreative Zuhause für 10 Mitarbeiter.
Zu den Kunden beziehungsweise Projektpartnern zählen unter anderem: Hilti, Wiener Staatsoper, Tirol Werbung, ÖBB, Red Bull, ORF, Arte, ProSiebenSat.1 TV Deutschland. (red)

www.dieimaginären.at
www.saschabem.com
www.jungeroemer.net

 

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