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Eine medienpolitische Wunschliste? © PantherMedia.net/Wolfgang Zwanzger

Ein Lobbying-Papier mit medienpolitischen Forderungen soll laut dem „Falter“ kursieren.

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Ein Lobbying-Papier mit medienpolitischen Forderungen soll laut dem „Falter“ kursieren.

Redaktion 07.02.2018

Eine medienpolitische Wunschliste?

Die medienpolitische Debatte kommt in Bewegung.

WIEN. Bis zur Medienenquete im Frühling ist zwar noch etwas Zeit, es kommt aber schon Bewegung in die medienpolitische Debatte. Auch Vergangenes findet dabei Gehör. So schreibt der "Falter" in seiner heute, Mittwoch, erscheinenden Ausgabe über ein "Lobbying-Papier" mit medienpolitischen Forderungen, das der Wochenzeitung zufolge im Herbst 2017 an die Chefverhandler des Medienkapitels ging. Darin werde unter anderem der Verkauf von ORF eins und Ö3 vorgeschlagen sowie eine neue Vertriebsförderung für Zeitungen sowie eine Presseförderung mit "Gleichbehandlung aller Zeitungstitel". Außerdem umfasst die medienpolitische Wunschliste eine Förderung von Privat-TV durch "20 Prozent der GIS-Gebühr" und eine Online-Förderung von 20 Mio. € bzw. bei Ausweitung der Werbeabgabe auf alle Online-Plattformen eine Zweckwidmung der Mehreinnahmen "für die 30 größten österreichischen Content- und Newsportale". Der "Falter" vermutet hinter dem Papier nicht zuletzt aufgrund des Kürzels "MGÖ" in der Fußzeile Wolfgang Fellner und seine Mediengruppe Österreich; dieser bezeichnete dies gegenüber der Wochenzeitung allerdings als "Fälschung", "Irrtum" und "Faschingsscherz".

ORF evaluiert Facebook-Präsenzen
Ein weiterer medienpolitischer Dauerbrenner ist das Verhältnis der österreichischen Medienhäuser und vor allem des öffentlich-rechtlichen ORF zu Facebook, derzeit geradezu ein Gottseibeiuns der Branche. ORF-Online-Chef Thomas Prantner kündigte nun im "Handelsblatt" an, dass der Öffentlich-rechtliche seine Präsenz in dem Netzwerk evaluieren möchte; man werde "unser Engagement in Sachen Facebook überdenken - sowohl was die Promotion für Facebook in den ORF-Medien als auch was die Anzahl unserer Auftritte betrifft. Warum sollen wir mit unseren Inhalten dafür sorgen, dass ein börsenotierter Konzern aus dem Silicon Valley seine Werbeeinnahmen noch weiter steigern kann?", wird Prantner zitiert. Zuletzt - im Dezember 2017 - hatte ORF.at seinen Facebook-Auftritt lanciert, er wird derzeit von rund 16.000 Usern abonniert. (red)

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