MARKETING & MEDIA
Eventformate ­völlig neu denken © Georg Aufreiter für Electric Blue

Electric Blue-Co-Founder Jodok Böhm, Creative Director Stefan Stücklschweiger und Founder Christoph Hütter (v.l.).

© Georg Aufreiter für Electric Blue

Electric Blue-Co-Founder Jodok Böhm, Creative Director Stefan Stücklschweiger und Founder Christoph Hütter (v.l.).

Redaktion 06.11.2020

Eventformate ­völlig neu denken

Österreichs Eventbranche ist um eine Agentur reicher: Electric Blue konzentriert sich auf digitale Events.

WIEN. Jodok Böhm, vormals Geschäftsführer von Media Apparat, und Christoph Hütter, Co-Founder von Invitario, haben mit Electric Blue die erste Agentur Österreichs gegründet, die sich ausschließlich auf digitale und hybride Events konzentriert. Gemeinsam mit ihrem Creative Director Stefan Stücklschweiger sprechen sie im Interview über ihre Neugründung, die dieser Tage startet.

medianet:
Wie kam es zur Idee, eine Full Service-Agentur rein für digitale und hybride Eventformate ins Leben zu rufen? Haben die Entwicklungen rund um Covid-19 den Ausschlag dafür gegeben?
Christoph Hütter: Als Geschäftsführer von Invitario stehe ich seit Jahren mit Kunden in Kontakt, die überall auf der Welt Events veranstalten. In den vergangenen Jahren war durchaus bereits ein Trend zur Digitalisierung von Eventformaten zu beobachten, der Schwerpunkt lag dabei jedoch auf ‚Educational Events' zur Wissensvermittlung.

Die Eventmanager dieser virtuellen Veranstaltungen berichteten immer wieder von ähnlichen Problemen. Entweder kam es zu Schwierigkeiten in der Produktion und Technik, es gab wenig bis kein Engagement von den Teilnehmern, keine konsistente Kommunikation und als Zugabe eine nur mangelhafte Auswertung der Eventdaten. Mir wurde bewusst, dass Online-Events nur dann breiter genutzt werden, wenn auch die Qualität der Formate zunimmt. Daher habe ich schon länger über die Gründung einer Agentur nachgedacht, die diese Probleme adressiert. Die Pandemie war dann nur noch ein Beschleuniger. Die Live-Kommunikation erlebt gerade einen radikalen Wandel und stellt Unternehmen, Verbände, Kongressveranstalter und Agenturen vor neue Herausforderungen: klassische Eventformate müssen vollkommen neu gedacht und digital umgesetzt werden.


medianet:
Welche Aufgabenbereiche deckt Electric Blue ab?
Jodok Böhm: Electric Blue tritt als Full Service-Agentur für die Konzeption und Umsetzung von digitalen und hybriden Eventformaten an. Mit uns können Marketing- und Eventmanager ihre bestehenden Veranstaltungen online bringen oder neue digitale Eventformate für das digitale Zeitalter entwickeln. Neben der Produktion von Veranstaltungen legen wir auch Schwerpunkte in den Bereichen Kommunikation, Distribution und Messbarkeit. Da wir das Know-how für all diese Bereiche direkt im Haus haben, können wir unseren Kunden einen holistischen und am Markt einmaligen Leistungsumfang bieten, der eine konsistente Umsetzung garantiert. Für Unternehmen ist es entscheidend, dass die Live-Kommunikation schnell wieder ins Laufen kommt und dabei die Trial and Error-Phase übersprungen wird, die man derzeit bei vielen Online-Veranstaltungen beobachten kann.

medianet:
Auch ‚klassische' Eventagenturen haben sich in den letzten Monaten zwangsläufig intensiv mit digitalen bzw. hybriden Events auseinandergesetzt. Was ist Ihr USP?
Hütter: Wir sehen uns nicht als Mitbewerber zu Eventagenturen, sondern als potenzieller Partner, um für Kunden gemeinsam klassische in virtuelle Eventformate zu transformieren. Auch denken wir Veranstaltungen von Grund auf anders, nämlich zu 100% digital, interaktiv und vor allem messbar. Das entspricht auch der DNA von Electric Blue: Wir sind ein interdisziplinäres Team mit Expertise in der klassischen Eventproduktion, vor allem aber mit sehr viel Erfahrung in den Bereichen Teilnehmermanagement, Online- und Content-Marketing sowie Customer Journey.

Online-Events sind für uns ein ganzheitliches Erlebnis, das für Teilnehmer mit dem ersten Kontaktpunkt, wie z.B. der Promotion oder einem Save-the-Date, beginnt und sich dramaturgisch bis zum Follow-up durchzieht.

Stefan Stücklschweiger: Wir können nicht nur technisch einen Livestream produzieren, sondern verstehen, wie man Inhalte attraktiv aufbereiten und inszenieren muss, damit diese ihre ganze Wirkung entfalten und Interaktionspunkte mit den Teilnehmern schaffen. Dabei messen wir alle Kontaktpunkte der Teilnehmer und deren Engagement. Die daraus gewonnenen Daten stehen während des gesamten Projektverlaufs in Echtzeit zur Verfügung und bilden die Grundlage für datenbasierte Analysen und fundierte Entscheidungen. Unsere Online-Events zahlen somit nachweisbar in die gewünschten Ziele unserer Auftraggeber ein.

medianet:
Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe(n)?
Böhm: Unser Angebot richtet sich an Marketing- und Eventmanager in Unternehmen, Verbänden, aber auch an Kongressveranstalter und Agenturen.

medianet:
Betreuen Sie bereits Kunden in diesem Aufgabenbereich der neuen Agentur? Wenn ja, können Sie einen kurzen Einblick in bereits bestehende bzw. laufende Projekte geben?
Hütter: Ich arbeite seit knapp zwei Jahrzehnten im Eventbereich, seit etwa zehn Jahren berate ich mittlere und große Unternehmen im gesamten D-A-CH-Raum bei der Digitalisierung ihrer Event- und Kommunikationskanäle. Zusammen mit dem übrigen Management-Team können wir gleich zu Beginn auf Geschäftsbeziehungen zu Hunderten Unternehmen aufbauen, die wir gerade über unser Angebot informieren. Mein Co-Founder Jodok Böhm ist als ehemaliger Geschäftsführer der Multimedia-Agentur Media Apparat eine echte Koryphäe bei der Produktion von virtuellen und hybriden Events sowie Spezialist für multimediale Inszenierung. Unser Creative Director ist mit Stefan Stücklschweiger der erfolgreiche Gründer, Geschäftsführer und der kreative Kopf hinter dem Fifteen Seconds Festival, das jährlich über 6.000 Teilnehmer und Hunderte Speaker aus der ganzen Welt nach Österreich geholt hat.

medianet:
Welche Rolle werden digitale/hybride Events Ihrer Meinung nach in Zukunft spielen, sollte irgendwann wieder der ‚Normalzustand' eintreten, der analoge Events wieder möglich macht? Wird Corona die Eventbranche in dieser Hinsicht nachhaltig verändert haben?
Hütter: Die Pandemie führt in der Eventbranche mit Sicherheit zu einer nachhaltigen Veränderung. Durch die notwendige Professionalisierung von Online-Events erwarten wir einen Qualitätsschub bei virtuellen Eventformaten, was wiederum die Akzeptanz bei Teilnehmern erhöhen wird. Gleichzeitig wird die Transparenz und Messbarkeit von Online-Events auch im Marketing zunehmend als Chance erkannt. Ich bin daher der festen Überzeugung, dass sich dieses Eventformat nicht nur dauerhaft als Bestandteil der 360°-Kommunikation etabliert, sondern zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Jedenfalls werden auch Präsenzveranstaltungen wieder zurückkehren, doch werden wir in diesem Bereich neue Formate erleben. Alles in allem eine sehr spannende Zeit für Veranstalter, Dienstleister, aber auch für die Teilnehmer. (ls)

Weitere Informationen zu Electric Blue gibt es unter eblue.co


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