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Gehaltsschere in Digital-Branche hat sich geschlossen Digitalista Teresa Hammerl.

Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalis

Digitalista Teresa Hammerl.

Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalis

Redaktion 15.06.2016

Gehaltsschere in Digital-Branche hat sich geschlossen

Digitalista-Studie: Erstmals ist Frauen die Karriere wichtiger als Männern.

WIEN. Digitalista, das Netzwerk für Frauen in der Digital-Branche, erhebt zum dritten Mal mit dem Marktforschungsunternehmen MindTake Research den Status quo der heimischen Digital-Branche. Es zeigt, dass sich im Vergleich zum Vorjahr die Gehälter von Männern und Frauen angeglichen haben. Der bzw. die durchschnittliche Digital-Worker in Österreich verdient 3.240 € pro Monat; dabei ist das Durchschnittsgehalt bei Männern mit 3.420 € nahezu gleich wie im Vorjahr. Die Frauen können im Jahresvergleich 2015 auf 2016 einen Gehaltssprung von 2.860 auf 3.070 € verzeichnen und schließen so allmählich den Gender Pay Gap. Nicht nur beim Gehalt preschen die Frauen vor – erstmals beurteilen Frauen ihre berufliche Karriere wichtiger als Männer. 56% aller Frauen geben ihrem beruflichen Weg Top-Priorität, während nur 46% der Männer derselben Meinung sind. "Vergangenes Jahr konnten wir noch einen starken Gender Pay Gap vorzeigen. Wie schnell sich dieser beinahe geschlossen hat, bestätigt, dass die Digitalbranche rasch lernt - nicht nur bei neuen Technologien", erklärt Martina Neidhart von MindTake die Veränderungen zum Vorjahr.

Familienplanung: Karrierekiller Nr. 1 bei Frauen
Keine Verbesserung gibt es jedoch in der Vereinbarkeitsfrage: Die Hälfte aller Frauen sieht ihre eigene Familienplanung als größtes Karrierehindernis, Tendenz steigend (+6%); demgegenüber sieht nur ein Viertel aller Männer eine Hürde darin. "Familienplanung wird leider auch 2016 immer noch als reines Frauenthema gesehen. Die Studie zeigt, dass viele Frauen bereit sind für eine große Karriere. Unternehmen müssen verstehen, dass sie mit zeitgemäßen Arbeitsmodellen genau diese Frauen fördern und zugleich auch Männern die Möglichkeit geben, sich stärker ins Familienleben zu involvieren", fasst Elisabeth Oberndorfer, Obfrau von Digitalis, die Ergebnisse zusammen.

Beförderungen werden verstärkt eingefordert
Beide Geschlechter gleichermaßen sehen mangelnde Aufstiegschancen als Karriere-Hindernis (Nr. 1 bei Männern, Nr. 2 bei Frauen), wobei hier ein rückläufiger Trend zu beobachten ist.
Zeitgleich wurden in diesem Jahr signifikant mehr Beförderungen eingefordert: Dieses Jahr haben 29% aller Befragten aktiv eine höhere Position erfragt, um sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr; mit 85% stieg auch die Erfolgsquote im Vergleich zum Vorjahr (2015: 74%).

Dennoch ist die Zufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr in der Digital-Branche gleich geblieben: 59% sind mit ihrer aktuellen Position glücklich, Männer als auch Frauen gleichermaßen. Auch die Top 3 der Zufriedenheitsaspekte sind unverändert geblieben: gutes Arbeitsklima, kollegiale Zusammenarbeit und Vertiefung der eigenen Fähigkeiten.
Befragt wurden 514 Frauen und Männer, die in der österreichischen Digital- bzw. Online-Branche tätig sind, d.h. deren Tätigkeit im wesentlichen Teil aus der Konzeption, Umsetzung bzw. Entwicklung oder Betreuung von Online-Aktivitäten bzw. der Kommunikation im Internet besteht. (red)

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