Jahresbericht der RTR-Schlichtungsstellen
© RTR
Klaus M. Steinmaurer.
MARKETING & MEDIA Redaktion 04.04.2022

Jahresbericht der RTR-Schlichtungsstellen

Nummernmissbrauch explodiert, insgesamt aber konstant niedriges Beschwerdeniveau.

WIEN. Im Jahr 2021 registrierten die RTR-Schlichtungsstellen für Kommunikationsdienste insgesamt 1.938 Schlichtungsverfahren, das sind rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Davon entfielen 1.850 Verfahren auf den Bereich Telekommunikation und 88 Verfahren auf den Bereich Medien. „Die Anzahl der jährlich registrierten Verfahren entwickelte sich in den letzten fünf Jahren durchaus positiv und pendelt rund um die Marke 2.000“, präsentiert Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, Daten aus dem aktuellen Jahresbericht der Schlichtungsstellen. „Der Großteil der Verfahren entfiel – wie auch in den Vorjahren – auf Auslegungsprobleme im Vertragsbereich mit zumeist komplexen juristischen und technischen Fragestellungen, große Aufreger gab es aber nicht“, führt Steinmaurer aus.

Beschwerden zu Internetzugängen halten sich in Grenzen
Einen leichten Anstieg auf insgesamt 153 Fälle gab es bei Verfahren zur Netzqualität bei mobilen Internetzugängen. Verfahren zur Netzqualität von Festnetz-Internetzugängen blieben mit insgesamt 66 Fällen annähernd auf Vorjahresniveau.

Die meisten Verfahren entfielen auf A1 (727), gefolgt von Magenta (521) und Drei (504). Die Diskontanbieter Hot und Spusu fallen im Vergleich dazu wieder positiv auf.

„Für das Berichtsjahr 2021 können wir allen Anbietern auf jeden Fall ein gutes Zeugnis ausstellen. Sie zeichnen sich alle durchwegs durch ein hohes Maß an Kundenorientierung aus und sind bei der Mitwirkung im Schlichtungsverfahren sehr kooperativ. Das belegt auch die Einigungsquote von insgesamt 79 Prozent über alle Verfahren hinweg“, sagt Steinmaurer.

Beschwerden zu Nummernmissbrauch verdoppelten sich im Berichtsjahr
Über das von der Schlichtungsstelle initiierte Portal „Meldestelle für Rufnummernmissbrauch“ wurden im Jahr 2021 insgesamt mehr als 56.000 Beschwerden zu Nummernmissbrauch registriert. „Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Verdoppelung der Beschwerden. Treiber waren Betrugs-SMS, auf die knapp 33.000 Meldungen entfielen“, informiert Steinmaurer und führt aus: „Das Telekommunikationsgesetz 2021, das seit November in Kraft ist, ermächtigt uns, Nummernmissbrauch gezielter als in der Vergangenheit zu bekämpfen. Die RTR kann bei schwerwiegendem Missbrauch beispielsweise die Sperre von Nummern verhängen oder die Anbieter zu kostenfreien Warnansage verpflichten. Denkbar ist auch, Inkassoverbote für Anbieter auszusprechen. Wir werden jedenfalls alles tun, um diesem wirklich unschönen Treiben ein Ende zu setzen.“

Im Jahresbericht der Schlichtungsstellen 2021 finden alle interessierten Marktteilnehmer eine ausführliche qualitative und quantitative Analyse der Schlichtungstätigkeit für das Jahr 2021 sowie einen Ausblick auf aktuelle Themenfelder. (red)

Er ist auf der Website der RTR unter https://www.rtr.at/schlichtungsbericht_2021 veröffentlicht

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