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Leopold Museum zeigt im Rahmen einer neuer Kampagne keine Gemälde © Leopold Museum/Jung von Matt Donau
© Leopold Museum/Jung von Matt Donau

Redaktion 06.09.2021

Leopold Museum zeigt im Rahmen einer neuer Kampagne keine Gemälde

Warum die erste Kampagne von Jung von Matt Donau für das Leopold Museum keine Gemälde zeigt.

WIEN. Museumswerbung läuft immer nach dem gleichen Schema ab: Plakate zeigen ein Werk aus der Ausstellung, kommunizieren den Künstler und vielleicht noch das Ausstellungsdatum. „Unsere Kreativen kamen schnell zur Feststellung, dass das den Kunstwerken gegenüber ziemlich unfair ist.“, kommentiert Kreativdirektor Michael Maria Morgenbesser von Jung von Matt die Kampagne. „Denn gerade die großen Werke der Wiener Moderne von Schiele, Klimt und Kokoschka entfalten ihre wahre Wirkung erst, wenn man realiter davorsteht. Dann lösen sie starke Gefühle aus.“

Vielseitigkeit abbilden
Mit diesen Gefühlen arbeitet nun die Kampagne mit der aktivierenden Frage „Was wirst Du fühlen? Finde es heraus: Im Leopold Museum.“ So werden auf rein textlicher Ebene Gendernormen hinterfragt, Erlebnisse erinnert oder ein Betrachter fühlt sich einfach mal „deppert“, wenn er das Gefühl hat, die Künstler der Wiener Moderne haben Themen, die uns heute umtreiben, schon vor 100 Jahren besprochen. „Die Vielseitigkeit der Idee hat uns überzeugt, diese Kampagne mit Jung von Matt Donau umzusetzen. Sie schafft es auf ungesehene Art und Weise, die Vielseitigkeit der Wiener Moderne abzubilden“, so Hans-Peter Wipplinger, Museologischer Direktor des Leopold Museums.

Mut beweisen
Dabei wolle das Leopold Museum den Mut beweisen, den auch die Künstler der Wiener Moderne bewiesen haben. „Wien 1900 mit all seiner Kreativität und widersprüchlichen Komplexität ist ein Phänomen, das unsere jüngst neu konzipierte Dauerausstellung darzustellen versucht. Diese Zeit war von Gegensätzen und Selbstbefragung geprägt. Dies wollten wir auch in der Kampagne abbilden: Neben Euphorie gehört dazu eben auch, mal in den Abgrund zu schauen, oder über geschlechterlose Genitalien nachzudenken“, so Wipplinger.

Die Kampagne im September 2021 in ganz Wien zu sehen sein. Neben klassischen Out-of-Home-Flächen werden auch City Lights bespielt, Social Media und Funk. (red)

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