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Mobilität im Wandel bei „auto touring” © Peter Pisecker
© Peter Pisecker

Redaktion 21.10.2022

Mobilität im Wandel bei „auto touring”

Mediadome Pressclub: Peter Pisecker, Chefredakteur von auto touring, spricht mit Chris Radda im Experten-Fachtalk.

•••Petra Stückler

Er ist seit 18 Jahren Chefredakteur des auflagen- und reichweiten-stärksten Print-Einzeltitels Österreichs auto touring. Die 3,2 Mio. Mitglieder des ÖAMTC inklusive 800.000 Kindern und Jugendlichen, die gratis dabei sind, erhalten darin elf Mal pro Jahr ausführliche Informationen zum Thema Mobilität.

Das Magazin hat sich in den letzten Jahren vom Automagazin zum Mobilitätsmagazin gewandelt. Nicht nur darüber spricht Peter Pisecker, sondern auch über die Rückkehr zu den Wurzeln und über Technologien der Zukunft.

Vom Fahrrad zum Auto

auto touring wurde im Jahr 1900 mit dem Titel Allgemeine Automobilzeitung gegründet und nach einer Pause in den Kriegsjahren 1946/47 wiedergegründet, schon mit dem heutigen Titel. Zu dieser Zeit spielten Motorrad und Fahrrad noch eine viel größere Rolle als das Auto, und diese Tradition lebt heute durch die veränderte Mobilität wieder auf.

„Der österreichische Touringclub, einer der beiden Vereine, aus denen der ÖAMTC hervorgegangen ist, war eigentlich zu Beginn für Wanderer und Fahrradfahrer da. Eine der erste Aktionen war es Ende des 19. Jahrhunderts, dass im Wienerwald Holzkisten aufgestellt wurden mit Flickzeug für das Fahrrad”, erzählt Pisecker. So konnten Mitglieder damals schon Werkzeug aus diesen Kästchen herausnehmen, wenn sie eine Fahrradpanne hatten.
Und heute biete der ÖAMTC etwas ganz Ähnliches an: Es wurden Fahrrad-Selfservice-Stationen entlang der Fahrradwege in Österreich errichtet. Und hier könne man auch heute wieder Werkzeug vorfinden, um sich bei einer Fahrradpanne selbst zu helfen und das Rad eigenständig zu reparieren.

Verzicht auf das Auto

Es gäbe einen Paradigmenwechsel beim Mobilitätsbegriff in der Gesellschaft. So schildert der erfahrene Auto-Aficionado: „Früher war das Auto ein Fixpunkt, bei mir war es in der Jugend schon ein Fixpunkt, das hat mich sehr interessiert. Natürlich interessieren mich Autos immer noch. In der Zwischenzeit gibt aber es eine viel größere Bandbreite an Fortbewegungsmitteln und an Mobilitätsformen, und die werden auch genützt. Daher ist es auch folgerichtig, dass ich mich mit auto touring, aber auch persönlich, nicht mehr nur mit dem Auto beschäftige, sondern mit Mobilität an sich.”

Die Nutzung des Autos sei eine andere geworden, man müsse hierbei aber zwischen urbanen und ländlichen Gebieten unterscheiden. Am Land komme man leider in sehr vielen Fällen nach wie vor nicht ohne Auto aus, weil einfach die Angebote an öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ausreichend seien.
Aber in der Stadt sei es schon eindeutig so, dass man relativ leicht auf das Auto verzichten könne.

Deutlicher Wandel

„Für mich ist es klar: auto touring ist ein Mobilitätsmagazin, seit unserem Relaunch, der 2011 stattgefunden hat, steht das auch auf dem Titel. ‚Das Mobilitätsmagazin des ÖAMTC'. Weil auch der ÖAMTC hat festgestellt, dass viele seiner Mitglieder, auch wenn sie ursprünglich über das Auto Mitglieder geworden sind, nicht nur mit dem Auto fahren”, erzählt Pisecker über den Wandel des Magazines. So habe man heute E-Bikes und Fahrräder, und man pendle auch zur Arbeit mit Rad, Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Neue Mobilitätsformen

Das Auto werde langsam zurückgedrängt von Lebensumständen und von äußeren Umständen, und die angezogenen Spritpreise täten nun noch ein Übriges.

„Dem Tragen wir Rechnung, indem wir einerseits sehr wohl Autotests nach wie vor bringen, andererseits aber auch die übrigen Mobilitätsformen nicht außer Acht lassen. Wir haben auch immer wieder Fahrradgeschichten im Heft”, erklärt Pisecker.
Der ÖAMTC sei eben kein reiner Autofahrerclub mehr, was er lange Jahre war. So werde er allerdings noch von vielen gesehen.
Durch die Tatsache, dass viele intermodal unterwegs seien, ist es nur folgerichtig, dass der Club sich zu einem Mobilitäsclub transformiert habe.
So sei der ÖAMTC bemüht, seine Mitglieder zu unterstützen in der Mobilität, egal, wie sie unterwegs seien.
Die Leserschaft des auto touring ist nicht nur sehr groß, mit knapp zwei Mio. Leserinnen und Lesern „sie ist auch sehr inhomogen. Das heißt, sie bildet die Bevölkerung ab – alle Altersstufen, alle sozialen Schichten, Stadt, Land, alles. Ein Kollege von mir sagt es so: Man würde ein Magazin wie den auto touring heute gar nicht mehr gründen. Und nicht mehr konzipieren, weil es keine klar umrissene Zielgruppe gibt. Alle sind Zielgruppe, die gesamte Bevölkerung”, stellt Pisecker klar.
Und dies sei natürlich die monatliche Herausforderung für das Redaktionsteam, ein Magazin zu gestalten, das jedem etwas bieten könne.

Direkt für die Mitglieder

Ungeachtet der derzeitigen Schwierigkeiten durch die hohe Inflation und die gestiegene Produktionskosten halte der ÖAMTC weiterhin am Printprodukt auto touring fest.

Pisecker steht hinter dem Magazin: „Ich habe nie viel davon gehalten von diesem Schlagwort ‚Print ist tot'. Print wird auch nicht sterben. Es ist einfach so, dass wir mit dem auto touring die Mitglieder bestmöglich erreichen können. Einmal im Monat kommt das Magazin nachhause. Das Mitglied muss nichts dazu tun. Das ist Teil der Mitgliedschaft. Eine Dienstleistung des ÖAMTC wie viele andere auch. Eine Informationsdienstleistung in diesem Fall.”
Und diese Möglichkeit der Kontaktaufnahme zum Mitglied sei etwas, das der ÖAMTC nicht missen möchte.
„Ein wesentlicher Bestandteil des auto touring ist natürlich, die Leistungen des Clubs den Mitgliedern zu erzählen. Nicht nur, was wir getan haben, sondern auch was wir neu machen. Was wir für Aktionen anbieten, was wir für bestimmte neue Möglichkeiten ins Auge fassen. Um Mitgliedern noch besser helfen zu können. Aber das Magazin ist wie gesagt ein Mobilitätsmagazin. Wir wollen die Mitglieder informieren in allen Fragen rund um die Mobilität – das reicht von Reifentests, über Fahrzeugtests bis hin zu Reisereportagen”, so Pisecker abschließend.


Den gesamten Mediadome Press­club sehen Sie hier:

https://tv.medianet.at/video/mediadome-das-imperium-der-gedruckten-mobilitat

Redaktion TV: Andy Marada

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