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Observer: Geburtsstunde der Medienbeobachtung in Österreich vor 123 Jahren © Observer
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Redaktion 23.09.2019

Observer: Geburtsstunde der Medienbeobachtung in Österreich vor 123 Jahren

Am 23. September 1896 veröffentlichte das unparteiische Tagblatt „Neues Wiener Journal“ einen Bericht über die am 1. Oktober geplante Gründung eines Unternehmens mit dem Namen "Observer".

WIEN. Zum Aufgabenbereich der Firma sollte die Sammlung von Zeitungsberichten und Personalnachrichten gehören. Dieser Artikel wurde als erstes Clipping von dem neugegründeten Unternehmen produziert. Der Gründer, Alexander Weigl, entschied sich für die Türkenstraße 17 in Wien als Standort. Argus de la Presse, das erste Medienbeobachtungsunternehmen der Welt, diente als Vorbild.

Wie innovativ Alexander Weigl war, bewies er einerseits mit der Namenswahl. Das Englische war im Kaiserreich gänzlich unbedeutend und wurde erst in der Zeit des »Observer« zur Weltsprache. Andererseits hat Weigl vielleicht auch das erste Direct Mailing am 29. Oktober 1896 abgesendet. In diesem Telegramm stellte das Unternehmen seine Angebote inkl. konkreter Preislisten vor. Adressiert wurde es an die pt Kundschaft (pleno titulo für die vollen Titel der adeligen Beamten). Der Kaiser selbst, Franz Joseph I., genauer gesagt das Obersthofmeisteramt seiner k.u.k. apostolischen Majestät, war einer seiner ersten Kunden. Dieser wünschte eine Sammlung aller Zeitungsartikel über den „allerhöchsten“ Hof.

Anfang des 20. Jahrhunderts verkaufte Weigl den »Observer« an Viktor Ritter von Klarwill, der den Erfolgslauf des Unternehmens fortsetzen konnte. Es gelang ihm, ein beachtliches Netzwerk von Partnerschaften mit Standorten u. a. in London, New York, Toronto, St.Petersburg, Paris und Berlin aufzubauen. Durch weltweite Telegrafenverbindungen ermöglichte Klarwill so eine internationale Medienbeobachtung schon vor dem 1. Weltkrieg.

Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, Zweiten Weltkrieg, Besatzungszeit, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder konnte das Unternehmen dank der dahinterstehenden Unternehmerfamilien überstehen. Am 1. Jänner 1980 startete die bis heute anhaltende Ära der Familie Laszlo. Herbert Laszlo erweiterte das Angebot 1982 um die Beobachtung von elektronischen Medien. 1985 wurden weltweit erstmals Clippings mit Xerox-Maschinen produziert und erhielten die bis heute bekannte Optik. 1986 wurde dem Ansuchen, das Staatswappen im geschäftlichen Verkehr führen zu dürfen, stattgegeben. 1999 wurde die Online-Beobachtung begonnen, die eine bis heute steigende Bedeutung einnimmt – ergänzt um sämtliche Social-Media-Plattformen und den User Generated Content.

Das sich mittlerweile über drei Jahrhunderte erstreckende Erfolgsgeheimnis des Observer besteht darin, nicht nur mit der Zeit zu gehen, sondern auch seiner Zeit voraus zu sein. Die Entwicklung begann mit der Medienbeobachtung und hat sich über die Medien-Resonanz-Analyse zur Media Intelligence weiterentwickelt. In der Zukunft als Dienstleister aller Kommunikatoren sind Data Driven Communications das erweiterte Leistungsversprechen des Observer. (red)

 

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