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Steirische Papierfabrik drosselt wegen Gaspreis Produktion © Norske Skog Bruck GmbH

Werksansicht Norske Skog Bruck GmbH.

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Werksansicht Norske Skog Bruck GmbH.

Redaktion 10.03.2022

Steirische Papierfabrik drosselt wegen Gaspreis Produktion

Norske Skog hofft allerdings auf geringere Kosten ab April wegen neuer sparsamerer Kesselanlage.

BRUCK / MUR. Die Papierfabrik Norske Skog im obersteirischen Bruck/Mur drosselt ihre Produktion offenbar wegen der hohen Gaspreise. Der Betrieb sei derzeit nicht leistbar, hieß es in einer Aussendung, deshalb werde ein vorübergehender Stillstand eingeleitet. Wie lange dieser dauern sollte, wurde nicht gesagt, es könnte rund ein Monat sein; man setze Hoffnungen in die neue sparsame Kesselanlage, die mit April 2022 in Betrieb gehen solle. Im Werk sind rund 400 Menschen beschäftigt.

Der neue Kessel soll zur Entspannung der Kostenlage beitragen, indem er den Gasverbrauch des Werks senkt und seine Energieversorgung verbessert. Das im April 2021 beschlossene Kesselprojekt und das Verpackungsumstellungsprojekt im Werk Bruck würden planmäßig fortgesetzt. Der Konzern hatte im Frühjahr 2021 entschieden, eine Zeitungsdruckpapiermaschine in Bruck auf die Produktion von rezyklierten Verpackungspapieren umzubauen. Die Investitionen dazu gehen in die Dutzende Mio. €.

Bruck liefert laut Norske Skog seit der zweiten Jahreshälfte 2021 trotz eines herausfordernden Energiemarkts Zeitungsdruckpapier und LWC-Magazinpapier. "Obwohl wir Teile der Energieversorgung des Werks im März gesichert haben, machen die Energiepreise, die wir derzeit erleben, den Betrieb in Bruck unhaltbar", sagte Norske-Skog-CEO Sven Ombudstvedt.

Eine Erleichterung in einem anderen Bereich dürfte es auch sein, dass mit dem Kommen der warmen Jahreszeit auch ein möglicher Ausfall von einzuspeisender Abwärme in das örtliche Fernwärmenetz geringer sein dürfte.

Bei dem Unternehmen geht man davon aus, dass das zugrundeliegende Ergebnis vor Steuern für den Konzern im ersten Quartal 2022 etwa dem vierten Quartal 2021 entsprechen wird.

FPÖ-NAbg. Hannes Amesbauer sprach am Donnerstag, 10. März, von einem "lauten Alarmsignal. Die Bundesregierung muss schnellstens Maßnahmen gegen die explodierenden Energie- und Treibstoffpreise setzen, ansonsten schlittern wir in eine massive Sozialkrise." Auch die steirische ÖVP-Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sei gefordert, nicht nur in Wien Druck aufzubauen, sondern auch schleunigst ein Maßnahmenpaket auf steirischer Ebene auszuarbeiten. Teuerung, Kurzarbeit oder gar Arbeitsplatzverlust stellten nach den Monaten der Corona-Restriktionen und der dadurch ohnehin teils erlittenen Einkommensverluste eine für viele schier nicht mehr stemmbare finanzielle Belastung dar, sagte Amesbauer laut einer Aussendung. (APA)

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