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Türkische Behörden lehnten Besuch bei einem inhaftierten Österreicher ab © APA / Rene van Bakel
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Redaktion 13.09.2018

Türkische Behörden lehnten Besuch bei einem inhaftierten Österreicher ab

Das Außenministerium ist hinsichtlich eines Besuchs in den nächsten Tagen zuversichtlich, die Einvernahme durch den Staatsanwalt soll spätestens am Samstag erfolgen.

WIEN/ANKARA. Die türkischen Behörden haben einen Besuch der österreichischen Botschafterin in Ankara, Ulrike Tilly, bei dem unter Terrorverdacht in der Türkei festgenommenen Österreicher angeblich abgelehnt. Das berichtet "Die Presse" in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf den Anwalt des Österreichers, Teoman Özkan.

Der Anwalt selbst konnte demnach mit seinem Mandanten in der zunächst auf vier Tage angelegten Polizeihaft sprechen. Das Außenministerium konnte die Ablehnung durch die türkischen Behörden auf Nachfrage der APA allerdings nicht bestätigen. Ein Besuch Tillys bei dem Mann sei heute zunächst nicht erfolgt. Aber: "Wir erwarten, dass in den nächsten Tagen ein Besuch möglich sein wird", sagte Sprecher Peter Guschelbauer. In Wien geht man davon aus, dass - insbesondere wenn Untersuchungshaft über den Österreicher verhängt werden sollte - offizielle Vertreter Österreichs zu ihm können.

Laut Özkan wird der Student und freie Journalist in der Polizeizentrale in Ankara von der türkischen Anti-Terror-Polizei festgehalten und verhört. Er wurde laut Bericht bei Ermittlungen gegen eine verbotene linksextreme Partei mit Verbindungen zu kurdischen Separatisten in Syrien festgenommen.

Spätestens am Samstag solle der Österreicher von der Staatsanwaltschaft vernommen werden. Anschließend soll ein Gericht entscheiden, ob er in Untersuchungshaft kommt. Auch eine Freilassung oder eine Abschiebung nach Österreich sei möglich.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat eine Konkretisierung der Vorwürfe durch Ankara gefordert. Sollte dies nicht möglich sein, müsse eine "sofortige Freilassung" erfolgen, sagte Kurz am Mittwoch in Wien. Zahlreiche Politiker und Kollegen erklärten sich solidarisch mit dem linksgerichteten Journalisten. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hatte angekündigt: Sobald möglich, werde die Botschaft in Ankara einen Haftbesuch durchführen. (APA)

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