MARKETING & MEDIA
TV-Vermarkter im Schulterschluss © IAA Katharina Schiffl

Walter Zinggl, Thomas Prantner, Markus Breitenecker und Anna-MariaWallner

© IAA Katharina Schiffl

Walter Zinggl, Thomas Prantner, Markus Breitenecker und Anna-MariaWallner

Redaktion 11.04.2022

TV-Vermarkter im Schulterschluss

IAA-Podiumsdiskussion „Medienjahr 2022“ und Frühjahrscocktail.

WIEN. 2022 wird ein herausforderndes und spannendes Jahr für den Medienstandort Österreich, für die heimische Kommunikations- und Werbewirtschaft, für Auftraggeber, Medien und Agenturen. Besonders die TV-Vermarkter – sowohl öffentliche als auch private – stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern mit ihren digitalen Angeboten auch in direkter Konkurrenz zu den internationalen Internet-Giganten, den GAFAs. Moderiert von Anna-Maria Wallner (Die Presse) diskutierten Markus Breitenecker (ProSiebenSat.1Puls4), Thomas Prantner (ORF) und Walter Zinggl (IP Österreich) über die Bedeutung von Kooperationsmöglichkeiten, Chancen, Risken, Herausforderungen und gemeinsame Strategien. Im Anschluss trafen sich zahlreiche Vertreter der österreichischen Kommunikationsbranche beim Frühjahrscocktail powered by ORF-Enterprise zum entspannten Get-together.

Obwohl es für die TV-Vermarkter aus wirtschaftlicher Sicht keinen Grund zur Klage gibt, wird die Gesamtsituation durch die Ereignisse in der Ukraine, den steigenden Energiekosten und der nach wie vor aktuellen Coronapandemie stark überschattet.

Einigkeit herrscht darüber, dass die Konkurrenz durch die GAFAs und Subscription Streamingdienste nur durch einen Schulterschluss von öffentlichen und privaten TV-Vermarktern in Schach zu halten ist. Zurzeit werden intensive Content- und Vermarktungskooperationen besprochen und verhandelt, um besser gerüstet zu sein. Auch die Politik wird vermehrt in die Pflicht genommen, längst überfällige Novellen und Mediengesetze zu beschließen.

Thomas Prantner (ORF): „Ich bin fest davon überzeugt, dass es von fundamentaler Bedeutung für den Medienstandort Österreich und das Überleben der österreichischen privaten Medienhäuser und des ORF ist, wenn der konstruktive, vertrauensvolle Weg der Zusammenarbeit und des Miteinanders nicht nur fortgesetzt, sondern massiv ausgebaut wird – und zwar ganz konkret bei Programm- und Bewegtbild-Kooperationen, Content-Sharing und bei Vermarktungs- bzw. Log-In-Allianzen. Der ORF möchte eine Zukunftspartnerschaft mit Privat-TV, Privatradios und den österreichischen Zeitungen schließen, damit Wertschöpfung und Medienvielfalt in Österreich erhalten bleiben.“

Markus Breitenecker (ProSiebenSat.1 Puls 4): „Es besteht ernsthaftes Bemühen des ORF und auch der Politik, 'Kooperation statt Konkurrenz' gemeinsam umzusetzen. Der grundsätzliche Konsens ist da – natürlich wird es dann am Ende auch auf die Details ankommen. Es gibt bereits einen guten Austausch zu den rechtlichen Rahmenbedingungen im Sinne eines starken Medienstandorts.“

Walter Zinggl (IP Österreich): „Bewegtbild ist das Ziel aller Medienanbieter in Österreich, auch derer mit verlegerischem Hintergrund. Daher sind gemeinsame Aktivitäten auf einem 'level playing field für alle Anbieter so wichtig. Ich meine, dass im Bereich des Content im Wettbewerb zu den Streamern die österreichische Landesgrenze kein Thema ist – das ist ein europäisches Thema – aber wie unsere Gruppe immer wieder zeigt, ist das keinesfalls ein verlorenes Match.“

IAA-Präsident Sebastian Bayer (VMLY&R) leitete dann mit einem Ausblick auf das IAA-Jahr zum Frühjahrscocktail powered by ORF-Enterprise weiter, eine ideale Gelegenheit sich mit BranchenkollegInnen nach einer gefühlten Ewigkeit bei einem guten Drink und ausgezeichnetem Essen auszutauschen. Coronakonform, waren alle Gäste geimpft/genesen und getestet. Mit Ausnahme des Gastrobereiches galt FFP2-Maskenpflicht. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL