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Useful Brands: Vierte UBX Konferenz für Marketing mit mehr Sinn © TEDx/Decker

Ethan Decker

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Ethan Decker

Redaktion 22.10.2018

Useful Brands: Vierte UBX Konferenz für Marketing mit mehr Sinn

Wie Marketeers dem Vertrauensverlust der Konsumenten entgegenwirken.

MÜNCHEN. Werbung und Marketingstrategien, die nicht nerven, sondern helfen. Rund 250 Besucher, darunter viele Marketingverantwortliche, trafen sich am Donnerstag, 18. Oktober, zur vierten UBX Konferenz auf dem Areal der Isartal Werkstätten. Was alle Teilnehmer dabei einte war der Wunsch, dem eigenen Marketing wieder mehr Sinn zu geben und „Useful Brand Experiences" (kurz: UBX) zu schaffen. Eindrucksvoll belegte Medienwissenschaftler Markus Feiks dabei die Notwendigkeit. Eine Studie, die er mit anderen Wissenschaftlern erstellt hat, belegt das große Misstrauen in Marketing und Werbung. Glaubwürdigkeit und Nützlichkeit spielen demzufolge für die angesprochenen Zielgruppen eine Rolle. Die UBX Konferenz zeigte Strategien und Beispiele, die einen Ausweg aus dem Dilemma weisen.

Werbung darf nicht nerven
Wer den Begriff Werbung hört, denkt oft an nervige Unterbrechungen bei Spielfilmen, schlecht gestaltete Plakate oder Pop-Up Ads. Dass Werbung und damit angesprochene Reize aber nicht im Ursprung böse sind, sondern völlig natürlich, das zeigte Ethan Decker in seinem Vortrag. Trotzdem haben es Werbungstreibende, besonders in Zeiten der Digitalisierung nicht einfach. Werbeforscher Markus Feiks zeigte auf der Konferenz auf, wie wichtig es ist, das Image von Werbung zu verbessern und Vertrauen in Markenkommunikation zu schaffen. Dabei betonte er auch, dass etwa Native Advertising keine Lösung sei, da unter dem Strich für alle Beteiligten nur Nachteile entstehen würden – für Verbraucher, Medien und Auftraggeber.

Auch Werbekritiker kamen zu Wort. Sie setzen sich für werbefreie Umfelder oder die Reduktion nerviger Werbung ein. Zu ihnen zählte neben Laura Dornheim (Adblock Plus) und Han Langeslag (Perspective Daily) auch Christian Hänggi (IG Plakat/Raum/Gesellschaft). Der Schweizer ist der Überzeugung, dass ohne Werbung im öffentlichen Raum endlich wieder Platz für andere Dinge sei. Kunst zum Beispiel.

Künstliche Intelligenz als kreative Muse
Dass es auch Berührungspunkte zwischen Kunst und der Werbebranche gibt, dass zeigen neue Anwendungsgebiete von künstlicher Intelligenz in kreativen Branchen. Roman Lipski und Florian Dohmann präsentierten auf der UBX Konferenz eine eigens entwickelte Kunst-Muse, die sie als „Inspirational KI" bezeichnen. Die könne auch für nützliche Markenerlebnisse sorgen und Werbungstreibende in Sachen inspirierendes Design unterrichten.

Die Angst, dass künstliche Intelligenz uns dabei die Jobs wegnehme, ist aber völlig unbegründet. Das sagt zumindest der Neurowissenschaftler Hennig Beck und begründete das auch gleich wissenschaftlich. Wer allerdings einen akademischen Vortrag erwartet hatte, wurde vom Witz und Elan des Autors überrascht. Fazit: Maschinen können kreative Prozesse unterstützen, aber nicht ersetzen.

Useful Brand Experiences in der Praxis
Wie digitale Technologien so eingesetzt werden, dass sie letztlich den Alltag der Zielgruppen von Marketeers und Werbern erleichtern anstatt zu belasten, wurde anhand konkreter Beispiele im weiteren Verlauf der Konferenz aufgezeigt. Versierte Marketingexperten und -strategen aus Mexiko, Australien, den Niederlanden, aber auch aus Deutschland stellten diese vor. Die Seeing AI App von Microsoft beispielsweise ermöglicht es blinden Menschen, ihre Umgebung besser wahrzunehmen. Die App erkennt Objekte, Personen und Texte auf Bildern, die der Nutzer von seiner Umgebung macht und beschreibt sie in nur einem Satz. Alle Fallbeispiele verdeutlichten wie neue Technologien dabei helfen nützliche Markenerlebnisse zu schaffen und das Image von Werbung zu verbessern. In den sich anschließenden Doing Sessions konnten die Teilnehmer dann ganz konkret daran arbeiten, eigene „Useful Brand Experiences" anzudenken und zu kreieren. (red)

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