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„Zukunft im Turm“ zur Zukunft der Arbeit Wiener Städtische Versicherungsverein/APA-Fotoservice/Tanzer

"Der Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid bei der Diskussionsrunde zum Thema Zukunft der Arbeit.

Wiener Städtische Versicherungsverein/APA-Fotoservice/Tanzer

"Der Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid bei der Diskussionsrunde zum Thema Zukunft der Arbeit.

Redaktion 10.11.2016

„Zukunft im Turm“ zur Zukunft der Arbeit

Wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert.

WIEN. Wir befinden uns an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution, der Industrie 4.0 – eine Vision, die Arbeitsmarktforscher ebenso beschäftigt wie Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Praktiker aus den einzelnen Branchen. Vision deshalb, da es zu diesem allgegenwärtigen Thema dennoch wenig wissenschaftlich fundiertes Wissen gibt. Welche Szenarien vorstellbar sind und wo man ansetzen kann, um ihnen zu begegnen, erklärte Prof. Hartmut Hirsch-Kreinsen, führender deutscher Wirtschafts- und Industriesoziologe, am Abend des 8. November im Rahmen der Diskussionsreihe „Zukunft im Turm“ des Wiener Städtischen Versicherungsvereins.

Im Gespräch mit „Der Standard“-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid betonte er, dass die Digitalisierung zu gravierenden Veränderungen in der Arbeitswelt führen wird. Aber: „Die menschenleere Fabrik wird es auch in Zukunft nicht geben“, ist sich Hirsch-Kreinsen sicher. Denn wie bei allen vorangegangenen Entwicklungen in der Arbeitswelt gibt es auch hier Chancen und Risiken: Durch zunehmende Automatisierung werden Arbeitsplätze ersetzt; auf Facharbeiterebene kann es zu Dequalifizierungen kommen. Aber auch eine „Qualifikationsaufwertung“ ist möglich, weil die Arbeit komplexer wird und „Überblickswissen“ und somit zusätzliche Ausbildung nötig ist. „Arbeitsplätze mit niedrigen Qualifikationsanforderungen und einfachen, repetitiven Tätigkeiten – von Logistik über Maschinenbedienung bis hin zur manuellen Datenerfassung und -eingabe – werden durch intelligente Systeme in hohem Maße substituiert. In welchem Umfang, ist derzeit aber kaum abschätzbar." Wie facettenreich die Gesichter der Zukunft der Arbeit sein können, betont er in Hinblick auf die Wichtigkeit des Zusammenspiels von Mensch und Maschine: „Neben Überblickswissen erlangt auch soziale Kompetenz einen erhöhten Stellenwert. Mit der intensiven Integration früher getrennter Funktionsbereiche steigt der Bedarf an Interaktion an – real wie computervermittelt.“

Hartmut Hirsch-Kreinsen ist führender Experte auf dem Gebiet Digitalisierung der Arbeit. Der Soziologe war bis Frühjahr 2015 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Industriesoziologie an der Technischen Universität Dortmund und ist derzeit im Vorstand des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung in Düsseldorf tätig; darüber hinaus ist er in zahlreichen Beratungsgremien, unter anderem im wissenschaftlichen Beirat der Plattform Industrie 4.0, und Mitglied im Beirat „Zukunft der Arbeit“ beim Vorstand der IG Metall in Deutschland.

Der Einladung zum Zukunftsgespräch folgten u.a. Peter Fichtenbauer (Volksanwalt), Max Kothbauer (Vizepräsident Österreichische Nationalbank), Stefan Dörfler (CEO Erste Bank der österreichischen Sparkassen), Manfred Matzinger-Leopold (Vorstandsdirektor Münze Österreich), Franz Jurkowitsch (Vorstandsvorsitzender Warimpex), Johannes Kopf (Vorstandsdirektor AMS), Hansjörg Tengg (Unternehmer), Christiane Spiel (Bildungsforscherin) und Louis Norman-Audenhove (Generalsekretär Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs).

Des Weiteren verfolgten das Gespräch neben Robert Lasshofer (Generaldirektor Wiener Städtische Versicherung) und  Rudolf Ertl (Vorstandsdirektor Wiener Städtische Versicherungsverein) zahlreiche weitere Vorstandsmitglieder des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, der Vienna Insurance Group, der Wiener Städtischen Versicherung und der Donau Versicherung. Nach der Diskussion wurden bei Flying Dinner Weine vom Weingut Mayer am Pfarrplatz verkostet. (red)

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