RETAIL
4 Tipps für Händler nach dem Lockdown © unsplash
© unsplash

Redaktion 31.07.2020

4 Tipps für Händler nach dem Lockdown

eMarketer schätzt, dass der gesamte Einzelhandelsumsatz in Westeuropa in diesem Jahr um knapp 10 Prozent auf 3,4 Billionen Euro zurückgehen wird.

WIEN. Der Einzelhandel leidet unter Corona: eMarketer schätzt, dass der gesamte Einzelhandelsumsatz in Westeuropa in diesem Jahr um knapp 10 Prozent auf 3,4 Billionen Euro zurückgehen wird, in Deutschland liegt der Umsatzrückgang bei 8,2 Prozent. Die Wiedereröffnung der Geschäfte ist ein wichtiges und positives Zeichen, doch das Internet bleibt auch nach dem Lockdown ein beliebter Einkaufskanal. Selbst Menschen, die vor Corona lieber lokal eingekauft haben, shoppen nun online. Händler stehen daher vor der Herausforderung, in ihrem Onlineangebot neue Zielgruppen zu bedienen und zugleich mit der neuen Realität im Offlinekanal umzugehen. Stefan Bernauer von Rakuten Advertising zeigt, wie das gelingen kann.

1. O2O-Strategie entwickeln
Mehr und mehr Verbraucher shoppen online. Durch die Corona-Krise hat dieser Trend zugenommen: eMarketer erwartet eine Zunahme von 16 Prozent in diesem Jahr*. Vermehrt kaufen Verbraucher auch Lebensmittel und Medikamente online – zuvor klassische Bereiche lokaler Händler und Apotheken.

Händler können diesem Trend mit Online-to-Offline-Strategien (O2O) begegnen: Text-Anzeigen, Sitelinks und Callouts in Google und Bing Ads können zusätzliche Hinweise für lokale Verbraucher geben – etwa, welche Filialen gerade geöffnet haben oder welche zusätzlichen Services angeboten werden, etwa Click-and-Collect. Beides hilft, die Aufmerksamkeit von Verbrauchern während der Online-Suche auf lokale Angebote zu lenken.

Die Zusammenarbeit mit Affiliates und reichweitenstarken Publishern ermöglicht es Marketern, von diesem Digital-to-Offline-Einfluss und dem Einkaufsverhalten zu profitieren. Einzelhändler müssen innerhalb ihres Affiliate-Marketing-Mixes eine Site-to-Store-Strategie anwenden, um langfristig Erträge in Form von Offline-Renditen und Kundenwert zu erzielen. Dabei helfen Coupons und Gutscheine, sowie Cashback-Angebote mit Kundenkarten.

2. Neue Zielgruppen entdecken
Zu den bisherigen Online-Shoppern gesellt sich dank Corona eine neue Zielgruppe im eCommerce: Ältere Verbraucher und solche, die bevorzugt lokal einkaufen. Diese Zielgruppen wurden von Händlern bisher oft separat behandelt, da sie alleine auf dem Offline-Kanal anzutreffen sind. Doch der Erfolg neuer Produkte wie Subscription Boxes – etwa der Gemüsebox vom lokalen Biobauern – zeigt, dass Onlinebestellung und lokale Produkte gut zusammenpassen.

Hier bietet sich lokalen Händlern eine große Chance: Sie kennen ihr Publikum und können je nach Region, Branche oder Spezialisierung vor Ort maßgeschneiderte Angebote machen und sie mit einer Online-Bestellung verbinden. Dabei ist es auch wichtig, den Hauptkanal zu kennen: mCommerce nimmt rasant zu. Shopping vom Mobilgerät aus wird 2020 laut eMarketer* knapp 20 Prozent des digitalen Umsatzes ausmachen. Darauf sollten sich Händler einstellen, wenn sie Angebote und Inhalte entwickeln.

3. Inventar auffüllen
In Zeiten von Corona will jeder Gang in die Stadt gut überlegt sein. Umso mehr erwarten Kunden, dass (online) beworbene Produkte vorrätig sind – dies ist oft der Grund, warum sie überhaupt einen lokalen Händler aufsuchen: Die sofortige Verfügbarkeit ist noch immer ein großer Vorteil gegenüber Online-Retailern.

Daher ist es gerade jetzt wichtig, ein zuverlässiges Inventar zu führen, das Kunden zufriedenstellt und Versprechen einlösen kann. Auch die oben angesprochenen Subscription-Boxen müssen zuverlässig geliefert werden. So bilden lokale Händler Vertrauen und binden Kunden wieder an sich, die sie sonst an Online-Retailer verlieren können.

4. Sicherheitsmaßnahmen klar kommunizieren
Die größte Sorge ist nach wie vor die Sicherheit. Händler können hier punkten, wenn sie ihre Sicherheitsmaßnahmen klar kommunizieren: Auf allen Kanälen, digital und lokal, lassen Händler ihre Kunden wissen, was sie für Sicherheit und Sauberkeit tun.

Diese Maßnahme hilft nicht nur, um die Nerven zu beruhigen, sondern bietet auch eine Orientierungshilfe für lokale Verbraucher: Welche Regeln gelten im Laden? Maskenpflicht? Was wird wie desinfiziert? Gibt es eine Möglichkeit, die Hände zu waschen? Diese Fragen zu beantworten kann sich für Händler daher mehrfach lohnen. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL