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Bundesregierung will Steuerlücke im Onlinehandel schließen © Stefan Zamisch

Rainer Will

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Redaktion 14.01.2019

Bundesregierung will Steuerlücke im Onlinehandel schließen

Rainer Will: Umgehung der 22-Euro MwSt-Freigrenze durch internationale Onlinehändler wird gestoppt. Künftig muss ab dem ersten Cent versteuert werden.

WIEN. Großer Erfolg für den Handelsverband: Die österreichische Bundesregierung hat im Rahmen ihrer Klausur im niederösterreichischen Mauerbach beschlossen, Online-Bestellungen aus Drittstaaten künftig ab dem ersten Cent zu verzollen und zu versteuern. Aktuell liegt die Einfuhrumsatzsteuer-Freigrenze bei 22 Euro, was insbesondere von asiatischen Online-Händlern mit allen legalen und illegalen Mitteln ausgenützt wird. Die neue Regelung soll ab 2020 in Kraft treten.

"Ich freue mich, dass Bundeskanzler Kurz eine langjährige und zentrale Forderung des Handelsverbandes aufgegriffen hat. Das ist ein entscheidender Schritt Richtung fairer Wettbewerb im eCommerce", bestätigt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. "Damit schließt Österreich diese Steuerlücke bereits ein Jahr früher als andere EU-Staaten. Auch der Finanzminister wird sich über die Mehreinnahmen freuen", so Will.

Hintergrund

Jährlich gelangen 560 Mio. chinesische Pakete im Cross-Border-Handel über dominante chinesische Versandhändler in die Europäische Union. 97 Prozent dieser Sendungen kommen gänzlich zoll- und mehrwertsteuerfrei in die EU und ein Großteil der restlichen 3 Prozent zumindest ohne Einfuhrzoll. Möglich wird diese Steuerumgehung durch die EU-Einfuhrumsatzsteuerbefreiung für Postlieferungen aus Drittländern unter 22 Euro Warenwert sowie durch die Zollfreigrenze von 150 Euro. Viele asiatische Online-Händler nutzen diese Freigrenzen mit allen Mitteln aus, u.a. indem sie Sendungen bewusst falsch deklarieren. (red)

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