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BWB eröffnet Ermittlungsverfahren gegen Amazon © Johannes Eisele/ AFP

Amazon Seattle

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Amazon Seattle

Redaktion 14.02.2019

BWB eröffnet Ermittlungsverfahren gegen Amazon

Verdacht auf Verstöße gegen österreichisches und europäisches Kartellrecht

WIEN/SEATTLE. Paukenschlag im heimischen eCommerce: Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat heute, Donnerstag, ein Ermittlungsverfahren gegen Amazon eröffnet. Geprüft werde der Verdacht von Verstößen gegen österreichisches und europäisches Kartellrecht, heißt es in der Aussendung der BWB.

Bereits im vergangenen Dezember hat der österreichische Handelsverband bei der BWB Beschwerde gegen Amazon wegen unfairen Geschäftspraktiken eingereicht. Dieser geht die Wettbewerbsbehörde nun nach und prüft, ob Amazon seine "marktbeherrschende Stellung gegenüber Händlern missbraucht, die auf dem Amazon-Marktplatz aktiv sind und auf diesen angewiesen sind". Gespräche mit Amazon sind laut BWB geplant, hätten bisher aber noch nicht stattgefunden.

Die Vorwürfe
Laut Handelsverband, der als Beschwerdeführer fungiert, stehen fünf Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen von Amazon im Fokus der formellen Ermittlungen: unbegründete und plötzliche Sperren von Händlerkonten, die Verpflichtung, die Einkaufspreise offen zu legen, das Hinzufügen von unrichtigen Lieferangaben durch Amazon bei den Händlern, der unbegründete Verlust von Produktrankings der Händler und Gerichtstandsklauseln, die eine Klage erschweren.

Auslöser für das Verfahren der BWB seien zahlreiche Beschwerden von Händlern über die Geschäftspraxis von Amazon gewesen, die der Handelsverband als Interessenvertretung des gesamten österreichischen Handels über mehrere Jahre hinweg gesammelt hat.

"Seit mittlerweile drei Jahren zeigen wir auf, wo hier die Probleme liegen. Die Politik hat den Markt seither trotz aller Bemühungen nicht sinnvoll regulieren können. Dies führte uns Ende 2018 zum Entschluss, als erste Organisation in Österreich selbst eine Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde einzulegen und damit den Stein ins Rollen zu bringen", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

"Heute ist es endlich so weit, die BWB leitet offiziell Ermittlungen ein. Wir freuen uns als Beschwerdeführer sehr über diese grundsätzliche und richtungsweisende Entscheidung und werden uns weiterhin mit aller Kraft für FairCommerce im Online-Handel einsetzen", so Will. (APA/red)

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