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Chance Südamerika © APA/Georg Hochmuth

WKO-Präsident Christoph Leitl sieht Chancen für Handelsabkommen in Südamerika – aufgrund protektionistischer US-Politik.

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WKO-Präsident Christoph Leitl sieht Chancen für Handelsabkommen in Südamerika – aufgrund protektionistischer US-Politik.

Redaktion 23.02.2018

Chance Südamerika

Neue Handelsabkommen braucht das Land, ist WKO-Chef Christoph Leitl überzeugt – und meint speziell Südamerika.

WIEN. Europa muss seine Position in der Weltwirtschaft durch neue Handelsabkommen stärken. Das betonten Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), und Ralf Kronberger, Leiter der finanz- und handelspolitischen Abteilung der WKO.

Ein drohender Handelskrieg zwischen China und den USA werde in Europa nicht ohne Folgen bleiben. Vor dem Hintergrund des spannungsgeladenen Verhältnisses der beiden Wirtschaftsmächte könnte Europa zusehends zwischen die Mühlsteine geraten, befürchtet Leitl. Die einzige Möglichkeit sei nun, selbst aktiv zu werden. Europa solle sich der Weltwirtschaft öffnen und weitere eigene Freihandelsabkommen schließen.
Mittlerweile bestehen 40 Handelsabkommen zwischen Europa und über 71 Ländern; zwei weitere Abkommen mit Japan bzw. den sogenannten Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) werden derzeit verhandelt. Für Europa böten diese Abkommen Chancen, die unbedingt genutzt werden müssen, appelliert Leitl. Davon könnte Österreich profitieren. Derzeit werden rund 6 von 10 Euro der heimischen Wirtschaftsleistung außerhalb Österreichs generiert.
Vor allem die US-amerikanische Wirtschaftspolitik bereitet Leitl Sorgen. Der von US-Präsident Donald Trump betriebene Neoprotektionismus könne Europa und damit auch Österreich teuer zu stehen kommen.

Lieber nicht provozieren

Trotzdem sei jetzt Vernunft das Gebot der Stunde. Reaktionen auf protektionistische Maßnahmen seitens der USA seien angebracht, dürften aber keinesfalls eine provokante Symbolik beinhalten.

Man müsse jetzt abwarten, welche von den USA angekündigten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Kronberger merkte an, dass sich die US-Regierung bewusst werden müsse, welche negativen Auswirkungen einige ihrer handelspolitischen Maßnahmen auf die Weltwirtschaft haben könnten.
Zum anderen solle sich Europa das durch die protektionistische Politik der USA speziell in Südamerika entstandene Vakuum zunutze machen – es gelte, dort gezielt Handelsabkommen abschließen. Das berge große Chancen für Europa und Österreich. (red/APA)

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