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Coronavirus – Umsatzrückgänge bei den chinesischen Shoppingtouristen erwartet © APA/AFP/Luca Sola
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Redaktion 11.02.2020

Coronavirus – Umsatzrückgänge bei den chinesischen Shoppingtouristen erwartet

Chinesen zählen in Österreich zu den kauffreudigsten Shoppern – Planet Payment rechnet ab dieser Woche mit Einbußen.

WIEN. Chinesen zählen in Österreich zu den kauffreudigsten Shoppingtouristen. Ab dieser Woche rechnet das Mehrwertsteuer-Rückerstattungsunternehmen Planet Payment aber aufgrund des Coronavirus mit Umsatzrückgängen, da China Reisebeschränkungen eingeführt hat.

"71 Prozent der Tax-Free-Einkäufer in Österreich kommen aus Asien, 33 Prozent aus China. Wir werden im Februar/März jedenfalls Umsatzrückgänge haben, davon gehen wir aus", sagte Planet-Payment-Österreich-Sprecherin Danielle Willert am Montag zur APA.

 Bei Planet Payment können sich Shoppingtouristen aus Nicht-EU-Ländern ab einem Einkaufwert von 75,01 € die Mehrwertsteuer zurückholen. Im Durchschnitt gaben Tax-Free-Shopper in Österreich im vergangenen Jahr 525 € pro Einkauf aus. Gäste aus China verbrauchten rund 645 € pro Einkauf, um zwölf Prozent mehr als im 2018.

 Gruppenreisen und Reisepakete, die über Reisebüros gebucht wurden, sind mit 27. Jänner 2020 storniert. Individualreisende, die separat Flüge und Hotels gebucht haben, sind davon (noch) nicht betroffen.

 Im Jänner sei noch alles planmäßig verlaufen, die Tax-Free-Umsätze mit chinesischen Touristen in Österreich zogen im Vergleich zum Vorjahr sogar um neun Prozent an. Auch die erste Februarwoche lief noch auf Plan. "Chinese New Year war letztes Jahr ab 5. Februar, heuer ab 25. Jänner, das heißt, wir haben hier auch eine zeitliche Verschiebung der Umsätze", so Willert.

 In Europa verzeichnete Planet Payment im Jänner ein Wachstum von 15% der Ausgaben chinesischer Reisender. "Auch unsere internationalen Analysen zeigen bis zum 6. Februar kaum Rückgänge. Jetzt merken wir allmählich weniger Frequenz. Wir rechnen natürlich mit Rückgängen im Februar", sagte die Sprecherin.

 Wirklich pessimistisch ist Planet Payment aber nicht. Die Erfahrung von Krisen wie die Infektionskrankheit SARS zeige, dass chinesische Käufer kurzfristige Umsatzrückgänge nach solchen Ereignissen rasch wieder kompensierten und die Umsätze nach der Krise überproportional wieder ansteigen. Trotz der SARS-Epidemie-Krise im Jahr 2003 sei der chinesische Outbound-Tourismus um 22% gewachsen und im Folgejahr 2004 um 43%. (APA)

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