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Deutsche Großhandelspreise schon vor Ukraine-Krieg mit Rekordanstieg © PantherMedia.net / Monkeybusiness Image
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Redaktion 15.03.2022

Deutsche Großhandelspreise schon vor Ukraine-Krieg mit Rekordanstieg

Im Februar um fast 17 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

WIESBADEN / BERLIN. Die deutschen Großhandelspreise sind schon vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine Ende Februar 2022 im Rekordtempo gestiegen: Sie erhöhten sich um durchschnittlich 16,6% zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag, 14. März, mitteilte. Einen stärkeren Anstieg hat es seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1962 nicht gegeben. Im Jänner hatte das Plus noch 16,2% betragen.

Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden darstellt.

"Die aktuellen Preisentwicklungen im Zusammenhang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind in den Ergebnissen nicht enthalten", hieß es zugleich, da die Erhebung bereits vor Beginn der Invasion erfolgte. Der deutsche Großhandelsverband BGA befürchtet weiter steigende Preise, weil die Lager sich leeren könnten und der Nachschub nach dem russischen Angriff auf die Ukraine in manchen Fällen nicht mehr funktioniere.

Neben der starken Abhängigkeit im Energiebereich könnten davon Aluminium-Produzenten und der Lebensmittelhandel betroffen sein. Auch Zellstoffe könnten knapp werden, also etwa Toilettenpapier und Küchenrollen. Knappheiten führten zwar nicht automatisch zu leeren Regalen, so der BGA. Oft könnten Produkte aber nur zu höheren Preisen und mit längeren Lieferzeiten anderweitig als aus der Ukraine oder Russland bezogen werden.

Viele Rohstoffe und Vorprodukte kosteten schon im Februar wieder erheblich mehr. So gab es im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen ein Plus von 43,6% im Vergleich zum Februar 2021. Auch bei Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (+43,4%) sowie Altmaterial und Reststoffen (+46,0%) wurden erhebliche Aufschläge gemeldet. Deutlich höher waren auch die Preise im Großhandel mit Roh- und Schnittholz (+44,0%), mit chemischen Erzeugnissen (+34,1%), mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (+22,7%) sowie mit Metall- und Kunststoffwaren für Bauzwecke (+23,2%).

Wegen der Erholung der Weltkonjunktur von der Corona-Rezession steigen die Preise für viele Produkte schon seit Monaten rasant. Hinzu kommen gestörte Lieferketten, etwa durch Corona-Ausbrüche in China. (red)

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