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Deutscher Einzelhandel kommt nicht vom Fleck, hohe Inflation belastet © pixabay
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Redaktion 02.05.2022

Deutscher Einzelhandel kommt nicht vom Fleck, hohe Inflation belastet

WIESBADEN / BERLIN. Die deutschen Einzelhändler kommen angesichts der unter hoher Inflation und des Ukrainekriegs leidenden Konsumstimmung nicht in Schwung. Ihr Umsatz stieg im März 2022 zwar um 2,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag, 2. Mai 2022, mitteilte. Real - also preisbereinigt - fiel er allerdings um 0,1 Prozent. "Die Differenz zwischen den nominalen und realen Ergebnissen spiegelt die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel wider", erklärten die Statistiker dazu.

Das reale Minus kommt überraschend: Ökonomen hatten hier mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gerechnet, nach einem Mini-Plus von 0,1 Prozent im Februar. "Der reale Umsatz im Einzelhandel stagnierte somit seit Jahresbeginn", lautet das Fazit des Bundesamtes.

Der Ukrainekrieg und die deutlich gestiegenen Preise haben die Verbraucherlaune in Deutschland zuletzt auf ein Rekordtief gedrückt: Das Barometer der GfK-Marktforscher für Mai stürzte um 10,8 Zähler auf minus 26,5 Punkte ab. Damit wurde das Rekordtief vom Coronalockdown im Frühjahr 2020 noch deutlich unterboten. Die Inflationsrate erreicht im April mit 7,4 Prozent den höchsten Stand seit 1981, weil vor allem Energie nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine deutlich mehr kostete. "Die volle Wucht der hohen Inflation wird sich erst noch richtig entladen", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, Alexander Krüger, voraus. "Auf den Privatkonsum wird vorerst nicht zu zählen sein." Auch die Entlastungen der deutschen Regierung hellten die Konsumlage nicht auf.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln legte im März real um 2,9 Prozent zum Vormonat zu, lag aber um 5,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Dabei habe es eine erhöhte Nachfrage nach einzelnen Gütern durch Hamsterkäufe im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg gegeben - etwa bei Mehl und Speiseöl. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren schrumpfte um 8,4 Prozent zum Vormonat, während Tankstellen preisbereinigt sogar 11,5 Prozent weniger einnahmen. Der Internet- und Versandhandel verbuchte ein Umsatzminus von 7,7 Prozent. (red)

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